Happy 4th of July – Independence Day, Baby!
Washington D.C. - Tag 4
„Du gehst nicht nach Amerika – Amerika geht in dich.“ Wie wahr.
Ausgerechnet für den 4. Juli waren gegen Abend Regenfälle angesagt, auch wenn am Morgen die Sonne noch vom blauen Himmel strahlte.
Wir nehmen wie immer die U-Bahn vorbei am Pentagon, Ronald Reagan Airport und dem Arlington Nationalfriedhof in Richtung Washington D.C.. An der U-Bahn-Station „Federal Triangle“ steigen wir aus und gehen zur nahegelegenen Constitution Avenue, auf der die Parade stattfindet. Wir sind früh dran und werden mit einen tollen Platz in der ersten Reihe belohnt, direkt gegenüber dem National Museum of American History.
Gespannt wie ein Flitzebogen warten wir auf den Beginn der Parade. Denn eine Parade in dem Land, wo alles immer noch ein bisschen größer und extremer ist, als woanders und dann auch noch zum Nationalfeiertag der USA und zudem in der Hauptstadt, da haben wir uns Großes erwartet – und werden unfassbarerweise ein wenig enttäuscht. 😳
Rückblende: Als wir sechs Tage zuvor von Kanada aus durch den Bundesstaat New York fahren, sehen wir in vielen der kleinen, ländlichen Orte, Plakate für Dorffeste am 4. Juli und dass Spenden fürs Feuerwerk gesammelt werden. Wir stellten uns vor, wie es wohl sei, den Independence Day in einem der kleinen Dörfer zu feiern. So urig und echt, wie man es wohl nur auf dem Land erleben kann und beschlossen schon zu dem Zeitpunkt, dass wir unseren nächsten 4. Juli unbedingt in einem kleinen Ort feiern werden – inklusive einer Spende fürs Feuerwerk. 😄
Warum wir ein wenig von der Parade in Washington enttäuscht sind? Okay, es könnte eine überzogene Erwartungshaltung schuld sein, aber das ist es wohl nicht. Unser erster 4. Juli war insgesamt auch schon ein tolles Erlebnis, welches wir auf keinen Fall missen wollen, aber wir hätten uns ein bisschen mehr Begeisterung seitens der Zuschauer gewünscht und dass zwischen den einzelnen Teilehmern der Parade nicht so große Lücken gewesen wären. Das hat schon ein wenig Atmosphäre gekostet. Natürlich ist es möglich, dass den US-Bürgern gerade nicht so sehr nach feiern zumute ist, im Angesicht der gegenwärtigen Probleme und vielleicht ist es auch so, dass sich die Zuschauer der Parade hauptsächlich aus Touristen zusammenstellen, die sich eher als Zuschauer und weniger als Teil der Feierlichkeiten sehen.
Wie auch immer: Als echte, mehr (die hübscheste Pappnase) oder weniger (die große Pappnase) karnevalserprobte Kölner haben wir alles gegeben und gejubelt und Fähnchen geschwenkt, als gäbe es Geld dafür. 😅 Auf dem Foto, welches uns beim Warten auf die Parade zeigt, steht rechts ein Mann, der uns wenige Augenblicke später um ein Foto mit sich bittet. Er fand die crazy Germans wohl ganz amüsant. Wir hoffen nur, dass die Clownsnasen im Kontext nicht falsch verstanden wurden. Obwohl, wenn man so an die gegenwärtige Regierung denkt… 😅
Im Anschluss zogen wir zum nahegelegenen Washington Monument, wo wir direkt am Monument, an dem großen Lüftungsgitter an der Westseite, einen Platz auf der Wiese, mit Blick in Richtung Lincoln Monument und Abschussplatz des Feuerwerks ergattern. Eine Frage beschäftigt die Große Pappnase bis heute: Wofür zur Hölle sind die Lüftungsgitter? Eine U-Bahn oder Straße verläuft dort unter der Erde nicht. Was ist dort unten?
Gegen Abend kam dann der angekündigte Regen. Haben wir uns mit Regencapes oder ähnlichem vorbereitet? Nö, natürlich nicht, echte Pappnasen erschüttert selbst der stärkste Regen nicht. Ab einem gewissen Punkt Nassheit ist eh alles egal. 😆 Während des Regens amüsieren wir uns über die Leuchttafel, die uns ermahnt, ausreichend Wasser zu trinken. Welch‘ Ironie…
Als der Regen aufhört, kann sich wenigstens die große Pappnase seine Jeans auf den kräftig blasenden Lüftungsgittern trocknen; die hübscheste Pappnase hat diese Option wegen ihres Rocks nicht. 😋
Das Feuerwerk war klasse. 17 Minuten lang, mit einem furiosen Finale.
Die hunderttausenden Zuschauer wieder aus der Stadt zu transportieren ist erwartungsgemäß ein schwieriges Unterfangen, was aber dank der hohen U-Bahn-Frequenz überraschend gut funktioniert. In der wirklich kurzen Zeit, wo wir in der Schlange zur Federal Triangle – Station warten, hören wir hinter uns plötzlich vertraute – deutsche – Töne. Wir unterhalten uns ein paar Minuten mit einer Familie aus Sachsen, die wie wir einen Roadtrip an der US-Ostküste machen.
„Unsere“ U-Bahnen sind schon extrem voll und an einen Sitzplatz ist nicht zu denken, also schlägt die hübscheste Pappnase vor, erstmal ein paar Stationen in die entgegengesetzte Richtung zu fahren und dort in „unsere“ U-Bahn einzusteigen. NATÜRLICH hat die große Pappnase den gleichen Gedanken, er will – ganz Gentleman – der hübschesten Pappnase aber die Lorbeeren für die Idee lassen. 😋