Arlington Nationalfriedhof & National Harbor
Washington D.C. - Tag 2
Das Frühstück im Comfort Inn & Suites ist im typisch amerikanischen Motel-Style. Das Ambiente erinnert an eine Schul-Mensa, aber hey, es gibt unter anderem Waffeln, Joghurt und Obst, also alles okay. Kurze Zeit später parken wir unseren roten Begleiter an der U-Bahn (die hier noch oberirdisch fährt) und machen uns auf den Weg zum Arlington Nationalfriedhof.
Die U-Bahn begeistert uns. Super-Sauber, keine Schmierereien, die Sitze sehen aus wie neu und pünktlich ist sie auch noch. Sowas ist man aus Deutschland gar nicht mehr gewohnt. 😅
Der erste Weg auf dem Arlington Nationalfriedhof führt uns zum wohl prominentesten Grab – das von John F. Kennedy. Wobei „Grab“ es eigentlich nicht trifft, es ist eine Grabstätte. Neben JFK sind dort seine Frau und die beiden vor den Eltern verstorbenen Kinder beigesetzt. Nebenan und ein wenig Abseits liegt das Grab von JFKs jüngstem Bruder, Robert F. „Bobby“ Kennedy. Die gesamte Grabstätte wirkt sehr würdevoll. Auf einer Gedenkmauer sind Zitate von John F. Kennedy eingraviert. Wenn man keine komplett abgestumpfte Seele hat, berührt einen dieser Ort. Im Welcome Center des Arlington Friedhofs findet man übrigens auch eine Vitrine mit der Trompete, auf der bei JFKs Beisetzung „Taps“ gespielt wurde
Zwei der Inschriften auf der Mauer an Kennedys Grabstätte:
Let every nation know, whether it wishes us well or ill, that we shall pay any price, bear any burden, meet any hardship, support any friend, oppose any foe to assure the survival and the success of liberty.
And so, my fellow Americans: ask not what your country can do for you — ask what you can do for your country. My fellow citizens of the world: ask not what America will do for you, but what together we can do for the freedom of man.
– John F. Kennedy –
Der Arlington Friedhof ist extremst gepflegt und sauber. Wie eine Parkanlage mit unendlich vielen Gräbern. Wenn man über die Wege geht und die Namen der Verstorbenen und die Inschriften liest, kommt man ans Nachdenken und die beeutungslosen, oberflächlichen Gedanken, die man noch ausserhalb des Friedhofs hatte, sind vergessen – zumindest ging es uns so.
Neben der Kennedy Grabstätte führt uns ein Weg den Hügel hoch zum Arlington Haus. Das Haus kann besichtigt werden und am Eingang kamen wir mit einer Wärterin ins Gespräch, die hörte, dass wir Deutsche sind. Sie gab uns den Tipp, am Vorabend des 4. Juli zum Capitol zu gehen und uns dort die öffentliche Generalprobe zu „A Capitol Fourth“, der Show am Abend des 4. Juli anzuschauen – ein toller Tipp! 😃 (Und ganz nebenbei wissen wir jetzt, wofür die muschelförmige Konstruktion zwischen Capitol und dem „Capitol Reflecting Pool“ aufgebaut wird)
Die Mahnwache am Grabmal der Unbekannten hat uns auch sehr beeindruckt. Der Wachwechsel jede halbe Stunde ist dabei besonders sehenswert. Das Mahnmal wird seit 1. Juli 1937 ununterbrochen 24/7 bewacht – bei Wind und Wetter. Sehr cool. (Wachwechsel in den Outtakes zu unserem „Kanada“-Roadtrip-Video)
Nachdem wir uns die Füße platt gelaufen haben, fahren wir in die Innenstadt und landen in der „Capitol City Brewing Company“, einer Sportsbar die lokale Biere anbietet, oder so. Hätten wir im Vorfeld gewusst, dass sich die Besitzer auf Google Maps neben des heute schon fast üblichen „LGBTQ+-freundlich“ – Labels zusätzlich auch noch das Merkmal „von LGBTQ+-zugehörigen Inhabern geführt“ geben, hätten wir den Schuppen gemieden. Muss diese Scheiße sein? Gibt es auch Labels für „von heterosexuellen geführt“? 😂
Na gut, immerhin war der Caesar Salad sehr lecker und das Kölsch ganz gut – wenn auch wie in den USA üblich – die Schaumkrone fehlt. 😅
500 Meter die Straße runter und einmal links abgebogen, holen wir uns im Souvenirladen „Washington Welcome Center“ noch ein paar fehlende 4th of July – Requisiten. Wenn schon Independence Day feiern, dann richtig und als Kölner hat man ja schließlich ein Faible für alberne Kostüme.
Am Tag zuvor sind wir beim Wendemanöver, um das „Welcome to Virginia“ – Schild zu fotografieren, auf den National Harbor aufmerksam geworden. Sah schon aus der Ferne ganz nett aus und so beschließen wir, den Abend dort zu verbringen. Wie sich herausstellte, war das eine ziemlich gute Idee. So richtig krass ist das Atrium vom Gaylord National Resort & Convention Center, mit seinen Häusern im Haus. 😳👍 Der National Harbor bekommt von uns ein fettes „Double-Love-Like“ (geklaut bei Tim Kellner)
Capitol City Brewing Company
Sportsbar mit eigenem Bier
Washington Welcome Center
Souvenirladen