Australien – Tag 20 & 21
Roadtrip Tag 7 & 8 Gahn -> Ayers Rock/Uluru -> Gahn
Wir sind 3088 Kilometer und 6 Tage gefahren, um in der Mitte Australiens einen Traum zu verwirklichen, den wir beide schon seit unserer Jugend haben – den Ayers Rock mal in live zu sehen.
Yulara
Wir brechen am 14. August vom Motel Erldunda Road House ins 246 Kilometer entfernte Yulara auf. Es lässt sich im australischen Outback herrlich entspannt Autofahren. Tempomat auf 100 bzw. 110 km/h stellen und rollen lassen. Manchmal begegnet einem 10-20 Kilometer lang kein anderes Auto. Links und rechts unendliche Weite und wundervolle Landschaften – ein Traum. Das Wetter ist perfekt, um einen Traum wahr werden zu lassen: 22 Grad, ein wolkenloser, blauer Himmel und strahlender Sonnenschein. (später war es sogar 26 Grad warm) SO geht Winter! 😍
Am Horizont zeichnet sich ein großer Felsen ab. Zunächst denken wir, es ist schon der Ayers Rock, doch es war „nur“ der Mount Connor, ein Tafelberg, der von der State Route 4, dem Lasseter Highway aus in ganzer Pracht zu sehen ist. Knapp 30 Minuten später sehen wir in der Ferne aber einen anderen großen, rötlichen Felsen, der immer wieder durch Bäume und Sträucher hindurch blitzt. Von einem Rastplatz aus lassen wir Drohnie 2.0 aufsteigen, um ein Foto machen. Jip. kein Zweifel. Diesmal ist es wirklich der Uluru/Ayers Rock! Ein unglaublicher Anblick. 😃
The Lost Camel
So gegen 10:00 Uhr kommen wir in Yulara an unserem Hotel, dem The lost Camel an. Das Hotel hat so seine Highlights und wirkt auf den ersten Blick sehr nett. Das sollte es auch, denn der Preis von 430 australische Dollar pro Nacht – aktuell rund 240 Euro – ist durchaus stramm. Bei genauerem Hinsehen entpuppt sich The lost Camel als ein mit viel Farbe und Phantasie aufgehübschtes, in die Jahre gekommenes Motel, welches eher die Hälfte kosten sollte – und selbst das wäre noch ein wohlwollender Preis. Doch Angebot und Nachfrage machen die überzogenen Preise möglich und durch den Uluru ist die Nachfrage hoch und das Angebot leider niedrig.
Wir checken ein und lassen unser Gepäck vor allem wegen der zu kühlenden Lebensmittel im Hotel und brechen schnell wieder auf – der Uluru ruft uns! Man wird uns eine eMail schicken, sobald unser Zimmer bezugsfertig ist.
Der Uluru/Ayers Rock
Auch wenn der Uluru in Yulara allgegenwärtig und meist zumindest ein Teil des riesigen Felsens zu sehen ist – fahren wir noch rund 15 Minuten bzw. 13 Kilometer bis zum Uluru Sunset Point. Der Uluru ist größer und beeindruckender, als wir dachten. Mehr als 300 Meter und damit mehr als doppelt so hoch wie der Kölner Dom ist er. Schon jetzt – in der steil stehenden und hellen Mittagssonne sieht er atemberaubend aus. Wir freuen uns jetzt noch mehr darauf, zum Sonnenuntergang wieder herzukommen. 😃😍
Sails in the Desert
Der kleine Wüstenort Yulara sieht besser aus, als wir erwartet hatten. Wir haben uns eher vorgestellt, dass Yulara wie der Schmuggler-Ort auf Tatooine, aus den Star Wars Filmen aussieht. Zum Glück haben wir uns geirrt 😅. Das bestätigt eindrucksvoll das unserer Meinung nach schönste Hotel am Ort, das Sails in the Desert. Nachdem wir schon einen ersten Blick auf den Uluru geworfen haben, müssen wir dringend etwas essen und trinken. Eigenständige Restaurants gibt es in Yulara anscheinend nicht, sie gehören immer zu mehr oder weniger schönen Resorts. In Google finden wir ein Resort/Restaurant, das irgendwas mit „Pool“ im Namen trägt. Fein – denken wir – Pool geht ja immer und so sitzen wir wenig später (Yulara ist sehr klein 😅), bei 26 Grad schon im Pool-Restaurant des Hotels Sails in the Desert. Das Hotel sieht sehr schön aus und ist unserer Meinung nach das schönste Hotel am Ort. Würden wir nochmal nach Yulara kommen und wären wir dann bereit, mindestens drei Nächte für insgesamt circa 1200 australische Dollar zu bezahlen – das Hotel wäre unser Favorit. Daher gibt es einen Hotel-Tipp.
Sonnenuntergang am Uluru
So. Hier ist schluss mit Worten. Man kann es eh nur schwer beschreiben. Fotos und Videos können das besser.
Nur eines noch: Wir haben NATÜRLICH auch Deutsche getroffen. Ein Englisch-Lehrer und seine Frau. Aus dem hohen Norden kommen sie. Von der Küste. Am Rand vom Deutschland. Sie finden die Zustände in D. noch gar nicht so schlimm. „Bei ihnen sei noch heile Welt“. „Bei euch im Ballungsraum ist es schlimm, das können wir uns vorstellen“. Sie wähnen sich in Sicherheit und können beruhigt die Hände in den Schoß legen. Etwas gegen die Zustände im Land unternehmen, oder gar ans Abhauen denken? Auf keinen Fall. Wir sind gespannt, wann sie in der bitteren Realität aufwachen.
Sonnenaufgang am Uluru
Um 5:00 Uhr klingelt der Wecker. Wir springen mit mehr oder weniger Elan in unseren 333 PS starken Wegbegleiter und stehen schon um 5:35 Uhr am Einlass-Tor zum Uluru- Kata Tjuta National Park. Als erste. Natürlich. Deutsche eben. So bekloppt sind andere nicht 😅.
Der Uluru Sunrise Point ist wie alles im Nationalpark sehr gepflegt und gut durchdacht. So sind die Plattformen, um den Sonnenaufgang zu schauen, stufenförmig angelegt, damit man über die Köpfe der anderen Besucher hinwegsehen kann. Auch der Sonnenaufgang ist fantastisch anzusehen und wir denken, man sollte ihn nicht verpassen – auch wenn der Sonnenuntergang irgendwie spektakulärer ist.
Outback Cycling Uluru
Heute geht es wieder zurück nach Ghan, zum Erldunda Desert Oaks Resort, wo wir die Nacht verbringen, bevor es dann den Weg über Coober Pedy zurück nach Port Augusta geht – insgesamt 1272 Kilometer.
Doch zuerst wollen wir noch mit dem Fahrrad um den Uluru fahren. Die große Pappnase hätte den Plan fast verworfen, als er die Preise vom Anbieter Outback Cycling Uluru gehört hat. Stolze 80 australische Dollar, was ungefähr 45 € entspricht, ruft der Anbieter auf. Für drei Stunden. FÜR EIN FAHRRAD!!! 😳 Da hätten wir schon Autos günstiger mieten können 😅. Die Tour hat aber Spaß gemacht und ließ sich erstaunlich leicht fahren. Kann man empfehlen. 👍
Erldunda Desert Oaks Motel – schon wieder
Am Abend sind wir wieder im Erldunda Desert Oaks Motel Es hat sich nicht viel geändert seit wir vorgestern hier waren. Noch immer viele Fliegen und Mücken und mangels Konkurrenz, überzogene Preise fürs Gebotene.😏. Dafür sieht das Motel von oben wie ein verschobenes Hakenkreuz aus. Passend. 😅
Fazit: Wir sind tatsächlich 4000 Kilometer gefahren, nur um auf einen Stein zu starren. Irre.
Internet-Hack-Tipp fürs Erldunda Desert Oaks Resort. Man erhält im Erldunda Desert Oaks Resort ein gewisses Internet-Kontingent, das man verbrauchen kann. Wenn die 1024 MB verbraucht sind, kann man sich ins 50 MB Gratis-Internet einloggen und weitersurfen. Ist die Stunde um, oder die 50 MB verbraucht, einfach aus dem WLAN ausloggen, in den Einstellungen seines Gerätes auf "dieses Netzwerk ignorieren" klicken, wieder einloggen, weitersurfen. Diesen Hack hat die hübscheste Pappnase entdeckt.