Australien – Tag 31
Roadtrip Tag 18, Esperance
Die vergangenen drei Tage haben wir im schönen, kleinen Küstenort Esperance verbracht. Die einzige wirkliche Sehenswürdigkeit hier ist der Cape Le Grand Nationalpark mit seinen wunderschönen Buchten. Der viel erwähnte und beworbene Pink Lake ist schon lange nicht mehr Pink und nur noch ein profaner See. Ansonsten ist Esperance ein Ort, an dem man einfach herrlich entspannen kann. Ein Ort, wo man vermutlich gar nicht mitbekommen würde, wenn der Rest der Welt bereits untergegangen ist. 😅
Motel Hospitality Esperance
Unser Motel, das Hospitality Esperance, in dem wir drei Nächte verbringen, ist ein sehr gutes Motel, wo wir gerne wieder hingehen würden, wären wir wieder in Esperance. Das Frühstück ist mehr als okay, auch wenn der Kaffee grottig ist. Dafür macht die Aussicht auf den Hafen den schlechten Kaffee mehr als wett. Die Zimmer haben einen Kühlschrank und sogar einen Toaster.
Gleich nebenan liegt das Hotel/Restaurant „The Pier“, in welchem wir zweimal essen gehen. Das Steak Sandwich und die wirklich erstklassige Pizza kann man echt empfehlen! Noch ein paar Meter weiter findet man das 33 Degrees Esperance, ein weiteres Restaurant, welches durch seine erhöhte Lage im ersten Stock eine schöne Aussicht auf die Bucht und die vorgelagerten Inseln bietet. Wir haben unter anderem die „Loaded Chips“ (Pommes) mit Käsesauce, Zwiebeln, Bacon und der für Australien typischen Bratensoße (Gravy) gegessen. Sehr lecker! 😊👍
Skippy und die Lucky Bay
Nachdem wir am Samstagmorgen vergeblich versucht haben, den am Abend vorher durch die große Pappnase (Nomen est Omen 😋) dummerweise kaputt gefahrenen, seltenen, 245er Bridgestone Hochgeschwindigkeits-Reifen unseres 333 PS – Begleiters bei einem der örtlichen Reifenhändler zu ersetzen, fahren wir – nachdem wir den Notreifen drangeschraubt haben – zum 50 Kilometer entfernten Cape Le Grand Nationalpark. Der Park ist wunderschön und definitiv einen Besuch wert. Das Highlight ist aber zweifellos die Lucky Bay. Hier kann man – mit etwas Glück – sogar Känguruhs am schneeweissen Strand sehen. Das Glück haben wir nicht, aber als wir gerade angekommen, sprachlos vom oberhalb der Bucht gelegenen Parkplatz, hinunter auf das türkisfarbene Wasser schauen, dreht sich die hübscheste Pappnase um und bleibt wie angewurzelt stehen und kann nicht fassen, was sie sieht. Direkt hinter uns, auf einer Mauer, sitzen drei Känguruhs und fressen unbeeindruckt und seelenruhig an den Büschen herum. Unfassbar. Die friedlichen Tierchen lassen sich durch unsere Anwesenheit überhaupt nicht stören. Wir sehen bei einer Mutter mit ihrem Kleinen sogar, wie ein kleines Känguruh aus dem Beutel schaut! Wahnsinn 😃😍.
Als wäre das nicht schon genug des Glücks, gelingt es der hübschen Pappnase sogar, ein Känguruh – wir taufen es „Skippy“ – zu streicheln. Natürlich fragt die hübsche Pappnase Skippy vorher und bedankt sich nachher auch höflich und respektvoll. 😄
Uns ist jetzt vollkommen klar, woher diese wunderschöne Bucht ihren Namen hat.
Glücklich und noch immer sprachlos machen wir uns langsam auf den Weg zurück nach Esperance, als wir auf einer Wiese plötzlich jede Menge Känguruhs sehen, die ihr Dinner zu sich nehmen. Ist das zu fassen? Hier sieht man Känguruhs, wie in Deutschland Kühe! 😃 Was für ein Tag. Da ist der Ärger über den zerstörten Reifen schon fast vergessen…
Hellfire Bay & Lucky Bay Brewing
Wir haben uns echt auf den Besuch der Lucky Bay Brewing gefreut, aber irgendwie… Na ja, der Reihe nach und zuerst waren wir ja nochmal im Cape Le Grand Nationalpark, die Lucky Bay besuchen, an der man sich irgendwie nicht satt sehen kann. Diesmal besuchen wir aber auch die nahe gelegene Hellfire Bay, die der Lucky Bay in Schönheit in nichts nachsteht, nur ist sie einfach – der Name lässt es erahnen – ein bisschen wilder.
Den Sonntagnachmittag wollen wir bei Live Musik, ein paar Drinks und leckerem Essen in der Lucky Bay Brewing verbringen. Zunächst sieht auch alles super aus. Eine richtig schöne Location mit einer tollen Wiese, auf der die Kids herumtollen, während sich die Großen die Sonne genießend an ihrem Bier festhalten. Wir sind begeistert. Doch der Blick in die Speisekarte stoppt unsere Begeisterung jäh. Hier wird doch tatsächlich Känguruh-Fleisch angeboten. 🥺 Und das, obwohl die Brauerei ein Känguruh im Logo trägt. Und wir haben diese liebenswerten Tiere doch so ins Herz geschlossen. Ein Tierchen wie Skippy essen? Nein, auf gar keinen Fall! 😳 Irgendwie fühlen wir uns nicht mehr so richtig wohl hier. Das überall prangende Logo wirkt auf uns plötzlich wie eine Verhöhnung. Als wir ausgetrunken haben, verlassen wir die schöne Location doppelt-traurig.
Tyrepower Esperance
Am Dienstag checken wir im Hospitality Esperance aus, weil wir ursprünglich geplant haben, heute wieder den Rückweg anzutreten und über den Nullarbor in Richtung Melbourne fahren wollen. Leider hat uns die große Pappnase der zerstörte Reifen einen Strich durch den Plan gemacht. 😏 Also nehmen wir für eine Nacht ein Zimmer im RAC Esperance Holiday Park und lassen beim Reifenhändler Tyrepower Esperance am Dienstagmittag hoffentlich am Mittwoch den Reifen wechseln. Wir schreiben „hoffentlich“, weil wir, als wir diese Zeilen schreiben, in der Sandy Hook Tavern sitzen – kurz nachdem uns der Reifenhändler sagte, dass der Reifen LEIDER noch nicht angekommen ist. 😡 Er sagt, er schickt uns eine Nachricht via WhatsApp, sobald er weiß, wann der Reifen kommt. Das riecht nach Schlamperei. 😳😤
Das RAC Esperance Holiday Park war übrigens auch sehr gut. Das Bett vor allem, denn es hatte eine muckelige Heizdecke. 😊
Great Ocean Drive Esperance
Die Nachricht via WhatsApp haben wir nicht bekommen, also fahren wir gegen 14:30 Uhr nochmal zum Reifenfuzzi und fragen nach. Und siehe da, wir sollen morgen gegen 9:30 AM da sein, dann wird der Reifen montiert. Puuuh. 😅
Gut gelaunt wollen wir noch ein paar Kilometer den Great Ocean Drive Esperance fahren. Wir zuckeln knapp 11 Kilometer vom Rotary Lookout bis zum Observatory Point. Ehrlich gesagt hätten wir gar nicht erwartet, dass die Aussichten so spektakulär sind, aber wir werden eines besseren belehrt. Deshalb haben wir auch nur 11 Kilometer geschafft – wir mussten halt einfach alle paar Meter anhalten. 😅 Wir sind jetzt noch mehr auf die „echte“ Great Ocean Road in Victoria gespannt. Aber bis dahin sind’s noch knapp 3000 Kilometer… 😅