„Everything is going to be alright“
Schottland - Tag 12
In Edinburgh sahen wir ein Plakat mit einer Burg und davor eine Lichtinstallation, mit dem Satz „Everything is going to be alright“ (Alles wird gut). Die Aussage der Lichtinstallation wirkt ein bisschen wie dieser moderne, linke Woke-Trallala, aber ein gutes Fotomotiv gibt die Szenerie auf jeden Fall ab…
… und deshalb (und weil es unweit eine misteriöse Pyramide auf einem Berg geben soll) machen wir uns auf den Weg ins knapp 185 Kilometer entfernte Braemar.
In Killin leitet uns das Navi von der offensichtlichen Route nördlich um den Loch Tay, auf die südliche Strecke. Zum Glück, denn diese Route ist wesentlich spannender als die nördliche Route, die wir abends auf dem Rückweg fahren. Wir juckeln gemütlich über die enge Single Track Straße und genießen die Ausblicke auf den Loch Tay und die urig gelegenen Häuser entlang unserer Strecke, als sich von hinten ein sehr schnell fahrender Toyota Hillux nähert. In der nächstmöglichen Bucht machen wir Platz und lassen ihn vorbei, hängen uns aber aus Interesse an den Pickup, der mit teilweise fast 100 km/h über die enge und unübersichtliche Straße donnert. Wir sind ob des todesverachtenden Fahrstils amüsiert und beeindruckt zugleich. Der Fahrstil der Schotten ist total schmerzfrei. 😅
Glenshee – ein Skiegebiet mitten in Schottland
Es ist interessant, wie sehr sich die Landschaft von Skye übers Glen Coe bis hierher zum Cairngorms National Park verändert. So vielfältig und wunderschön haben wir uns Schottland nicht vorgestellt. Kurz vor Glenshee geht es zunehmend steiler bergauf. Unser untermotorisierter MG kämpft sich mühsam die Straße hinauf. Oben, auf knapp 700 Metern Höhe erwartet uns ein Skigebiet mit Liften und alles was dazugehört. Wir sind mehr als nur erstaunt. Später lesen wir, die A93 ist die höchste, öffentliche Straße im UK. Schottland ist wirklich erstaunlich.
Braemar Castle
Nur 30 Kilometer weiter sind wir schon am Braemar Castle, nur leider ist weit und breit keine Lichtinstallation zu sehen. Im Innenhof der sehr schön restaurierten Burg sitzen die Verwalter des Castles in der Sonne und trinken Tee. Die große Pappnase fragt sie nach der Lichtinstallation, woraufhin die Drei ganz verwundert erklären, dass die Lichtinstallation schon vor 3 Jahren deinstalliert wurde und nur während der großen C.-Blödemie dort stand. Na toll. Die große Pappnase hat sich schon auf ein paar gute Drohnen-Aufnahmen gefreut… 😩
Prince Albert’s Pyramid – Symbol einer herzzereißenden Liebesgeschichte
Egal, die Fahrt hierher hat sich schon jetzt dreimal gelohnt und wir haben die rätselhafte Pyramide noch gar nicht besucht.
Wir fahren vorbei am großen Parkplatz über die Brücke am Balmoral Castle und biegen dann links in Richtung der Distillery ab. Am kleinen Ort mit der Crathie Suspension Bridge parken wir und gehen durch das Tor und gleich links die Straße hoch. Nach circa 500 bis 600 Metern findet man links einen Weg, der durch ein Tor hoch zur Pyramide führt.
Der Aufstieg durch den Wald hoch zur Pyramide hat sich definitiv gelohnt. Die Pyramide oben auf dem Berg wirkt in dieser Location surreal und die Aussicht ist klasse. Auf jeden Fall ein „Must“ wenn man in der Nähe ist.
Ach so: Was hat es jetzt mit der Pyramide auf sich? Das aus Granit gefertigte Denkmal wurde 1862 von Königin Victoria nach dem Tod ihres geliebten Mannes im Jahr 1861 errichtet Auf der dem Tal zugewandten Seite kann man die liebevolle Inschrift Königin Victorias an ihren Ehemann lesen: „Zum geliebten Gedenken an ALBERT, den großen und guten Prinzgemahl. Errichtet von seiner gebrochenen Witwe VICTORIA. R. – 21. August 1862.“
Die Pyramide ist also ein Zeugnis einer großen, romantischen Liebe. ♥️
Auf dem Heimweg halten wir bei Farquharsons Bar and Kitchen, einem wahnsinnig urigen Pub/Restaurant in Braemar. Wir setzen uns auf der Richtung Westen gelegenen Dachterrase in die Abendsonne und genießen ein paar kühle Drinks und die tolle Atmosphäre des Ortes.
In der Nähe des Loch Tay laufen wir auf einen vor uns fahrenden Abschlepptransporter auf, der auf seiner Ladefläche einen defekten Mietwagen in halsbrecherischer Geschwindigkeit über die schmalen Straßen transportiert. Und „schmal“ bedeutet, dass der Transporter genauso breit wie die Fahrspur ist. Wir folgen ihm fasziniert bis Killin und stellen uns die armen Touristen vor, die sich in der Fahrerkabine sitzend vor lauter Panik sicherlich an die Haltegriffe krallen. 😅