Bei der großen Pappnase kehren die Lebensgeister zurück. Er hat nach zwei Tagen sogar wieder Hunger. Wir planen beim Frühstück, dass wir am Nachmittag eine erste Sightseeing-Tour in die Altstadt von Jaipur unternehmen. Genauer: zum Jal Mahal und Hawa Mahal
Jal Mahal
Jal Mahal heißt Wasserpalast und beschreibt sehr präzise, was der Jal Mahal ist. Feddich. Danke, setzen. 😄 Na gut, ein bisschen mehr kommt noch. Er wurde um 1699 erbaut und steht noch immer – das ist mehr als manch eine deutsche Brücke von sich behaupten kann. So, jetzt haben wir auch noch schnell D. gebasht, das könnte ein witziger Post werden. 😋
Die große Pappnase hat beim ersten Blick auf den Jal Mahal an den James Bond – Film „Octopussy“ denken müssen. Im Film spielen ein paar Szenen im Taj Lake Palace, einem wunderschönen Wasserpalast aus dem 17. Jahrhundert, der auch noch steht. 😜
Unser Taxifahrer hat uns seine Telefonnummer gegeben, damit wir ihm Bescheid geben können, sobald wir wieder abgeholt werden wollen. Das Problem: wir können nicht telefonieren und er hat mobile Daten aus. 😅
Ist aber kein Problem. Die Inder sind super-freundlich und hilfsbereit und so quatschen wir einen Tuk-Tuk-Fahrer an, ob wir mal sein Telefon benutzen dürfen. Dürfen wir natürlich. Er wollte nichtmal Geld. Er sagte, dass wir Gäste in seinem Land wären und es eine Selbstverständlichkeit wäre. Ab jetzt könnte alles so einfach sein – isses aber nicht. Aus irgendeinem Grund bekommen wir Mr. Taxi noch immer nicht erreicht. 😆 Egal, Zeit für Plan B. Wir rufen das Hotel an, dass sie sich kümmern sollen. Während sie sich kümmern, machen wir uns mit dem netten Tuk-Tuk-Fahrer auf die Suche nach Mr. Taxi – er wird ja nicht weit weg sein. Und tatsächlich, wir finden ihn kurze Zeit später auf einem Hinterhof-Parkplatz. Wir bedanken uns überschwänglich und zwingen dem freundlichen Tuk-Tuk-Fahrer ein Trinkgeld auf und weiter geht’s.
Hawa Mahal/Wind View Cafe
Gegenüber dem Hawa Mahal befindet sich das Wind View Cafe, von dem aus man einen hervorragenden Blick auf den „Palast der Winde“ hat. Dieser war ein Lustschloss des damaligen Maharadschas und diente allein dazu, den Haremsdamen zu ermöglichen, die zu Ehren des Herrschers oder an religiösen Festtagen veranstalteten pompösen Festumzüge zu betrachten, ohne selbst sichtbar zu sein. Dazu hat der Hawa Mahal 953 kleine, kunstvoll gestaltete und vergitterte Fenster. Die Zahl die aufhorchen lässt, ist NEUNHUNDERTDREIUNDFÜNFZIG! 😳
Alter Schwede, der Maharadscha muss ein Teufelskerl gewesen sein! 😎
Man muss fürs Wind View Cafe 200 Rupien Eintritt (umgerechnet 2€) bezahlen, die aber mit Speisen und Getränken verrechnet werden – fair. Wir haben – weil es für die hübsche Pappnase leider kein Bier gibt – für eine Flasche Wasser, zwei Mocktails, ein nettes Gespräch mit dem Besitzer des Hauses, der Deutsch spricht, weil er oft in Deutschland ist und eine erstklassige Kulisse am Ende – mit dem verrechneten Eintritt – nur 0,38€ bezahlt. Top! 👍
Auf dem Rückweg zum Hotel, machen wir noch einen kurzen Foto-Stop am toll beleuchteten Albert Hall Museum, inklusive komplett irrsinnigen überqueren einer dreispurigen Straße. BEI NACHT! 😳 Spoiler: Wir haben wie durch ein Wunder überlebt. 😅
PS: Ach so: Was hat es mit dem reißerischen Titel dieses Posts auf sich? Da war doch bis jetzt kein Toter. Selbst wir sind dem irren indischen Fahrstil nicht zum Opfer gefallen – also wat denn nu? Okay, vom Fenster des Hotel-Restaurant aus, konnte man auf dem Mittelstreifen der Straße einen Mann liegen sehen. Mit einer Tüte auf dem Kopf. Hände und Beine wie bei einem Toten im Sarg drapiert. Ist ER dem nächtlichen Verkehr beim überqueren der Straße zum Opfer gefallen und man hat ihn dort erstmal provisorisch liegen lassen, weil kein Rettungswagen frei war? 😆
Des Rätsels Lösung: Der Mann lebte noch. Irgedwann hat er seinen rechten Fuß minimal bewegt – sagt zumindest die hübsche Pappnase. Er hat wohl einfach nur ein Nickerchen gemacht. 😂