Gizeh, Ägypten
Tag 2
In Sachen Strom ist man ja als Teilzeit-Insasse der EUdSSR mittlerweile gewohnt, dass er nicht mehr so zuverlässig und stabil ist wie früher. Ist das dieser Fortschritt, von dem alle sprechen? So hat uns der plötzliche Stromausfall am späten Abend nicht weiter irritiert und nach knapp 30 Minuten lief die Klimaanlage ja auch schon wieder.
Frühstück mit Aussicht
Unser zweiter Tag in Gizeh beginnt NATÜRLICH mit den Pyramiden von Gizeh. Endlich. Lange mussten wir drauf warten. Das Pyramiden-Plateau erreicht man jetzt über zwei Eingänge: das alte Ost-Gate an der Sphinx, nur 350 Meter von unserem Hotel/AirBnB entfernt, oder über das neue, moderne und schönere Main-/West-Gate.
Wir haben uns für 9:00 Uhr einen Tisch im Restaurant Khufu’s reserviert, welches am einfachsten vom neuen Main-/West-Gate via Shuttle-Bus erreicht werden kann. Dazu nimmt man ab dem Main-Gate die kleinen Busse der blauen Linie, die direkt zum King Khufu’s Center fahren.
Das (für die hübscheste Pappnase viel zu) frühe Aufstehen wird mit einem der besten Frühstücke belohnt, die wir je hatten. Mindestens. Diese Aromen und Gewürze! Ein Traum. Dass das Restaurant Khufu’s zum besten Restaurant des Nahen Ostens und Nordafrikas gekürt wurde, glauben wir sofort. Wenn man einen Tisch draußen, auf der Terrasse reserviert bekommt man als Extra zudem einen tollen Blick auf die Pyramiden dazu.
Übrigens kann man sich das Frühstück locker zu zweit teilen. Wir waren pappsatt und haben nicht alles aufessen können! 😅
Das Restaurant Khufu’s bekommt von uns ein extrem fettes Double-Love-Like mit Feenstaub! ♥️♥️
Den Pyramiden ganz nah
Nach knapp zwei Stunden und für die Temperaturen viel zu vollgefuttert, machen wir uns zu Fuß auf den Weg zu den knapp 850 Meter entfernten Cheops- & Chephren-Pyramiden.
Die Cheops-Pyramide ist die älteste und größte der Pyramiden von Gizeh und mit 139 Metern auch die höchste Pyramide der Welt. Trotzdem erscheint die Chephren-Pyramide durch ihren steileren Neigungswinkel und dem etwas höheren gelegenen Untergrund für das ungeübte Auge höher als die Cheops-Pyramide.
Obwohl wir uns physisch und psychisch darauf vorbereitet haben, den hartnäckigen und kampferprobten, ägyptischen Touristen-Fängern zu widerstehen, haben wir kläglich versagt. Wir wurden zu einem Touri-Foto und einem Kamelritt (natürlich auch mit Fotos) genötigt – Teufel, die Jungs sind gut!
Wir haben uns über unsere Niederlage und den Verlust von 10 Euro damit hinweggetröstet, dass die Jungs und die Kamele ja auch von irgendwas leben müssen… 😅
Auf dem Weg von den Pyramiden hinunter zum an der Sphinx gelegenen Ost-Gate, ist die große Pappnase um Haaresbreite einem schrecklichen Tot entgangen. Mit letzter Kraft und kaum noch ansprechbar hat er sich heldenhaft bis zu einem Nahe dem Sphinx-Eingang gelegenen Kiosk mit kalten Getränken schleppen können. Um sich vollgefressen, bei knapp 40 Grad, in praller Mittagssonne, der glutheißen Wüste zu stellen, bedarf es auch heute noch einer Standhaftigkeit, wie es nur wenige Abenteurer zu leisten vermögen. Respekt, du Pappnase! 😋
Zurück am AirBnB-Hotel wird geduscht, ein kurzes Nickerchen gemacht und schon geht es auf ein paar kalte Drinks zur Rooftop 7000 – den (für die große Pappnase) beinharten Tag ausklingen lassen.
Es gibt im Moment übrigens keine Licht- & Sound-Show an den Pyramiden, dafür spielt die Rooftop 7000 zum Sonnenuntergang das 1. Stück (Sonnenaufgang) von Richard Strauss‘ „Also sprach Zarathustra“ Cool.