Eine neue Reise.
"Geh wo der Pfeffer wächst, Altaa" Wir so: "Okay!" 😋
Warum wir auf dem Kopf stehen? Na weil es auf die Südhalbkugel geht! 😁😋
Warum wir auf dem Kopf stehen? Na weil es auf die Südhalbkugel geht! 😁😋
Am 21. Mai 2023, mit dem CONDOR Flug DE2282 und der Startzeit 21:50 Uhr sollte unser sehr kurzentschlossener Spontantrip nach Sansibar mit einer Zwischenlandung in Mombasa/Kenia starten. Wenn man bedenkt, dass wir ursprünglich an einen Kurztrip nach Marrakesch, Ägypten oder Göreme dachten, wirkt Sansibar schon irgendwie verrückt. Aber hey, es hat sich sowas von gelohnt! 😍
Der gleiche Flug mit der gleichen Maschine, nur aus Sicht der Piloten und ein paar Jahre früher. Ein paar Ausschnitte hätten sich gut in unserem Video gemacht. 😎
Man man man, darauf mussten wir lange warten. Irgendwie lagen unsere Ziele bisher immer nur auf der Nordhalbkugel, umso aufgeregter waren wir, als wir am 22.5.2023 um 6:17 Uhr in 10986 Metern Höhe bei den Koordinaten 0°00’00.0″N 40°07’00.0″E zum ersten Mal den Äquator überquerten. 😃
Aber wo ist wohl der Ort, wo sich der Äquator und der Nullmeridian kreuzen? Also wo ist der Ort mit den Koordinaten 0°00’00.0″N 0°00’00.0″E wohl genau? Und er war gar nicht so sehr weit weg, nämlich auf der anderen Seite Afrikas, genau unterhalb von Accra, Ghana. 😊
Hier überquerten wir den Äquator
Kreuzung Nullmeridian/Äquator
Um 9:50 Uhr sind wir nach einem kurzen, 30-Minütigen Flug von Mombasa endlich auf Sansibar gelandet. Nach einer 1-Stündigen, spannenden Fahrt, die uns schonmal einen Vorgeschmack auf den Fahrstil der Einheimischen gab, kamen wir in unserem Hotel, dem „Diamonds Mapenzi Beach“ an.
Uns hat die Bauweise des Hotels sofort umgehauen. Es ist auf circa drölfzigtausend verschiedenen Ebenen, mit mindestens ebenso vielen Treppen angelegt und das das Ganze wird von einer riesigen, nach allen Seiten offenen Dachkonstruktion überspannt.
Umgehauen hat uns auch von Beginn an die wahnsinnige Freundlichkeit des Hotelpersonals. Man kennt diese Freundlichkeit in Hotels, aber hier war es anders – irgendwie echter.
Den ersten Tag haben wir komplett mit Xtrem-Relaxing verbracht und haben die Zeit mit schönem Wetter und gutem Essen genossen.
Halt! Fast vergessen! Eine Premiere gab es noch: Wir haben unsere Füße zum ersten Mal vom Indischen Ozean umspülen lassen. 😊
Der Tag beginnt natürlich erstmal mit einem leckeren Frühstück und einer traumhaften Aussicht. Auf dem Nachbartisch entdeckte Simone ein „Blatt“, welches sich bei näherer Betrachtung als Gottesanbeterin entpuppte. Das war neben Gordon, dem Badezimmer-Gecko aber das einzige Krabbeltier, das uns im Hotel begegnete.
Nach dem Frühstück nahmen wir erstmal unseren Mietwagen von Asimi in Empfang, der uns das Auto ins Hotel brachte. Nachdem wir Asimi zurückgebracht haben, machten wir uns auf den Weg nach Nungwi, im Norden der Insel.
📌 Ein Tipp am Rande: IMMER den Tankstand checken! Man bekommt auf Sansibar wohl gerne mal komplett leere Autos vermietet. 😅
In Nungwi versagte im Wirrwarr der kleinen Sträßchen und fehlenden Straßennamen das Navi komplett. Wir landeten dann irgendwie in der ZaVa Bar – einer urigen kleinen Strandbar. Eigentlich könnte man das Kapitel „Nungwi“ hier jetzt schon schließen, weil wir nach einem kleinen Strandspaziergang die Nase voll hatten, denn in der Nebensaison fallen alle Strandverkäufer über die wenigen Touristen her. Die Jungs & Mädels sind dabei sehr clever und bleiben immer freundlich, aber auch hartnäckig, wenn man nicht klare Kante zeigt.
Auf dem Weg nach Nungwi gerieten wir in eine der berüchtigten Verkehrskontrollen. Und weil der Fahrstil auf Sansibar so wild ist, ist erstmal die große Pappnase gefahren – ohne Permit. Das macht sich in einer Verkehrskontrolle natürlich nur so medium gut und würde in Deutschland zu mindestens 100 Jahren Gefängnis führen, nicht aber auf Sansibar. 😄
So schoben wir dreissig Dollar rüber bzw. warfen sie auf Geheiß des Polizisten ins Gebüsch und schon durfte die große Pappnase weiterfahren – richtig gelesen, damit niemand der anderen Polizisten merkt, dass wir einen Deal gemacht haben, sollten wir nichtmal den Fahrer wechseln, obwohl die hübscheste Pappnase wenigstens eine Permit hatte. 😂
So liebe ich das, so könnte ich leben.
Weiter ging es über Chakwa und Paje zum Dongwe Beach Restaurant, das auf einem malerischen, langen Steg im Meer steht. Leider war das Hotel, zu dem das Beach Restaurant gehört, in der Nebensaison geschlossen (was hier wohl häufig vorkommt), so dass wir dann weiter über den abenteuerlichen „Sunset Beach Track“ zum Sonnenuntergang gucken zu Kaes Funk Beach Bar gefahren sind.
Der Sonnenuntergang war malerisch, aber wie in Äquatornähe üblich – zu kurz.
Autovermietung
Sunset Beach Bar
Tagesprogramm-Zusammenfassung: Frühstück -> Stone Town -> Kamikaze-Region -> Mtende Beach -> Hotel.
Am Frühstück im Hotel führte trotz des straffen Programms kein Weg vorbei. Dazu war die Aussicht zu malerisch, das Essen zu gut und die Atmosphäre kaum zu übertreffen.
Nach circa 1-Stündiger Fahrt kamen wir in Stone Town an. Wir parkten am Darajani Souk, genau gegenüber des Stone Town Fischmarktes. Den wollten wir dann auch gleich durchqueren, um in die dahinterliegende Altstadt von Stone Town zu gelangen. Allerdings hat es unsere Nasen dermaßen aus den Schuhen gehauen, dass wir es nicht schafften, den Fischmarkt zu durchqueren. 😅
Unser erstes Ziel war das Zanzibar Coffee House mit seiner schönen Rooftop Terrasse und seinem angeblich so fantastischen Kaffee. Ich hatte ja insgeheim gehofft, die hübscheste Pappnase könnte hier einen Kaffee trinken, der selbst den Kaffee von unserem Hamburg Trip übertrifft. ALLERDINGS… hatte das Zanzibar Coffee House eine sehr ausgedehnte Mittagspause, so dass wir weiter durch die engen Gässchen schlenderten. Unnötig zu erwähnen, dass in den Gassen ein reges Treiben herrscht und unendlich viele Händler uns als potentielle Opfer ääh Kunden ansahen. 😅
Wir wollten aber weiterhin unbedingt auf eine der berühmten Dachterrassen mit Ausblick über Stone Town, daher steuerten wir das Maru Maru Hotel an. Wie immer war die Freundlichkeit der Menschen erschlagend. Uns wurde nicht einfach nur der Weg aufs Dach erklärt, nein wir wurden nach oben geführt. Ob man sich ein Trinkgeld erwartete, oder tatsächlich einfach nur freundlich war? Keine Ahnung, wir staunten auf jeden Fall nicht schlecht, auf dem Dach nicht nur eine Bar, sondern auch einen Pool zu entdecken.
Nach ein paar erfrischenden Drinks und die Aussicht genossen hatten, machten wir uns weiter auf dem Weg. In einer Ecke der Rooftop Bar erspähten wir ein kleines Waschbecken und wir wollten bei der Gelegenheit endlich klären, ob das Wasser auf der Südhalbkugel tatsächlich andersherum in den Abfluss läuft. Leider war das Ergebnis nicht eindeutig – deshalb müssen wir wohl nochmal nach Südafrika. 😋
Wir schlenderten weiter durch die schöne alte Festung mit Amphitheater, auf direktem Weg zu Freddie Mercurys Geburtshaus und Museum. Als alte Queen- und Freddie Mercury-Fans praktisch ein Muss.
Von Freddies Geburtshaus führte uns der Weg abermals quer durch die Altstadt zum Secret Garden, einer romantischen und kühlen Oase im hitzigen Treiben der engen Gassen. War. Das. Schön. 😍
Wir waren zu dem Zeitpunkt tatsächlich schon ziemlich erschöpft. Die Hitze und die vielen Eindrücke hinterließen ihre Spuren. Das Emerson Spice Hotel ist ein typisches, sehr schönes Hotel, ebenfalls mit einer schönen Dachterrasse, die wir uns aber diesmal nicht anschauten.
Wir wollten zum Sonnenuntergang am Mtende Beach sein. Auf dem Weg zurück zum Auto wollten wir aber noch das Sklaven-Denkmal besuchen. Leider haben wir das Denkmal in den verwinkelten Gassen auf Anhieb nicht gefunden – egal, beim nächsten Mal…
Bevor es auf die – unserer Meinung nach – landschaftlich schönste Strecke Zanzibars ging, durchquerten wir noch das wilde Treiben auf Stone Towns Straßen. Die größte Pappnase hatte großen Spaß am anarchischen Fahrstil der Zanzibaris. 😎
Obwohl wir insgesamt knapp 70km zum südlichsten Zipfel der Insel fuhren und unsere Strecke zwischendurch über etliche Kilometer durch nichts als fast unberührte Natur führte, staunten wir nicht schlecht, dass es entlang der „Hauptstraße“ Stromleitungen gab. Vollkommen surreal wirkte allerdings die nagelneue, verlassene Tankstelle mitten im Nirgendwo – crazy.
Kurz vor erreichen unseres Ziels, hielten wir in einem kleinen Dorf noch am „Great Baobab“, einem riesigen Affenbrotbaum, an den die Einheimischen eine Aussichtsplattform gebaut hatten. Die Plattform ist gratis zu besuchen, es steht aber eine kleine Spendenbox an der Treppe. Wir hielten es für selbstverständlich, einen kleinen Obolus zu entrichten und so ging Simone im Auto schnell ein paar Dollar holen. Ich sprach in der Zwischenzeit mit den herumsitzenden jugendlichen Anwohnern und sie lachten uns entweder aus, weil wir so dumm waren, freiwillig Geld in die Box zu stecken, oder sie freuten sich ein Loch in den Bauch, dass ihre Geschäftsidee funktioniert. 😂
Egal, es war lustig.
Kurze Zeit später waren wir dann am Mtende Beach. Viel dazu schreiben brauchen wir nicht, Bilder sagen mehr als tausend Worte.
Als die Sonne langsam unterging, machten wir uns auf den Rückweg ins Hotel. Auf dem Hinweg haben wir wieder eine Polizeikontrolle gesehen. Deshalb entschlossen, wir uns dazu, dass wir kurz vorher tauschen und Simone so weit fährt, wie sie mag. Wir wurden natürlich angehalten. Simone hatte aber alle Papiere, daher kein Bullen-Sponsoring.
Parkplatz
mit schöner Dachterrasse und Pool
cooler Baum mit Aussichtsterrasse
Strand mit Bar auf der Klippe
Heute ist unser letzter Tag auf Sansibar. 🥹
Nachdem wir das Auto weggebracht haben, werden wir es uns den ganzen Tag gute gehen lassen und die traumhafte Atmosphäre, die netten Menschen und das leckere Essen genießen.
Aus den Schuhen hat uns „Herr Hombo“ (oder so) gehauen. Er ist einer der Gärtner in der Anlage. Als wir auf dem Weg zum Frühstück am Strand waren und wir ihm wie immer ein freundliches „Habari za asubuhi“ (Guten Morgen auf Swahili) entgegenriefen, holte er einen selbstgebundenen Strauß dieser schönen roten Blumen, die überall in der Anlage wachsen, hervor und gibt ihn der hübschesten Pappnase – wie liebenswert.
Bei Ebbe liefen wir durchs ohnehin schon warme, flache Wasser und trafen circa 400m vom Strand entfernt einen Einheimischen, der seine Algenfarm besucht. Er erzählte uns, dass diese Algen vor allem in China sehr beliebt sind und einen guten Preis erzielen.
Auch zeigte er uns Sponge Bob in Real Life. 😄
Wie kann man nur so Leichtsinnig sein? Immer wieder. Doof. Echt. Aber am Äquator geht das Ganze – zu unserer Entschuldigung – NOCH schneller.
Am Abend nahmen wir unser Abendessen ganz romantisch am Pool ein. Das Erlebnis wurde leider durch den schmerzenden Sonnenbrand (jede Bewegung tat weh) getrübt. Ausserdem hatten wir mehr oder weniger Schüttelfrost – die hübsche Pappnase weniger, die große Pappnase mehr. 😅
Egal, wir ließen uns die Stimmung nicht vermiesen und gingen auf ein paar Absacker-Drinks wie jeden Abend an die Pool-Bar.
Auch heute setzte sich Tito, ein 23-Jähriger Angestellter des Hotels zu uns, um ein bisschen zu quatschen. So erhielten wir ein wenig Einblick in sein Leben und seine Einstellung. Interessant! Das Corona-Blödemie-Thema hat er natürlich gecheckt und er bestätigte uns auch, dass eine Mehrheit in Tansania davon überzeugt ist, dass Präsident Magafuli ermordet wurde.
Dann blieb uns leider nur noch unser Ritual (wegen Ermangelung von Bildern verewigten wir uns unterm Schreibtisch) und die Koffer packen – am nächsten Morgen sollte es früh losgehen… 😔