Unsere erste gemeinsame Reise. Spontan. Kurzentschlossen. Typisch. Damals reisten wir noch ohne Pappnasen und doch hatten wir viel Blösinn im Kopf und sogar schon unser heutiges Ritual der Hotelzimmer-Bild-Widmung „erfunden“.
Unsere erste gemeinsame Reise. Spontan. Kurzentschlossen. Typisch. Damals reisten wir noch ohne Pappnasen und doch hatten wir viel Blösinn im Kopf und sogar schon unser heutiges Ritual der Hotelzimmer-Bild-Widmung „erfunden“.
Sechs Stunden Flug, Zwei Stunden Zeitverschiebung. Tausend Schmetterlinge im Bauch. Der A380 ist ein beeindruckendes Flugzeug. Man glaubt bis er tatsächlich abhebt nicht, dass dieser Klotz fliegen kann. 😅
Zum Glück war der Service während des Fluges klasse und das Entertainmentsystem bot jede Menge Abwechslung – wir waren schon echt Aufgeregt. Wir waren beide noch nie in Dubai und hatten keine Ahnung, was uns erwarten würde.
Gegen 0:30 Uhr Ortszeit verließen wir den Flughafen und als sich die großen Glasschiebetüren vor uns öffneten, hatten wir das Gefühl, jemand haut uns ein riesengroßes, feucht-heißes Handtuch ins Gesicht – ein Gefühl, dass wir während unseres Urlaubs jedesmal hatten, wenn wir von den klimatisierten Taxis & Gebäuden ins Freie traten. Echt krass.
Wir fuhren mit einem kleinen Van ins knapp 30 km entfernte Adjman, wo unser Hotel lag. Dort hatte man ursprünglich ein Zimmer im 5. Stock für uns vorgesehen, wir wollten jedoch so hoch wie möglich und so landeten wir dann in einem unglaublich schönen Zimmer im 11. Stock mit toller Aussicht auf die beleuchteten Pools.
„Ich habe eine Woche Kinderfrei-Urlaub, hast du Lust zu verreisen?“
Mit diesen Worten fing alles an. Obwohl wir uns schon 20 Jahre zuvor kennenlernten und zwischenzeitlich viel zu selten voneinander hörten, waren wir zu diesem Zeitpunkt erst wenige Wochen zusammen. Was liegt also näher, als gleich mal eine Woche in Urlaub zu fliegen? Immerhin trennen sich statistisch gesehen, die meisten Paare zu Weihnachten oder – im Urlaub. 😅
Wie sich schnell herausstellte, waren wir auch im Urlaub höchst Kompatibel miteinander. Unterbrochen von zwei Tagestrips am 7.8. und 10.8. nach Dubai, haben wir uns hauptsächlich zwischen Hotelzimmer, Restaurant und dem klimatisierten(!!!) Pool bewegt – was bei 45 Grad im Schatten auch sehr leicht fällt. An den Strand konnte man nur mit Schuhen, der Sand war kochend heiss und das Meer hatte Badewannen-Temperatur. 😅
Unser Hotel, das Ajman Saray war klasse. Das Essen war toll, das Personal war unglaublich bemüht und wahnsinnig freundlich. Wünsche wurden augenblicklich erfüllt – wie in 1001 Nacht. An den Liegen am Pool brauchten wir nur eine Klingel betätigen und – ZACK – hatten wir neue Drinks. Das Zimmer war ein Traum. Tolle Aussicht, ein wahnsinnig bequemes Bett, eine Regenwalddusche und selbst von der Badewanne hatte man einen Blick aufs Meer. Herrlich.
Am zweiten Tag nutzten wir den hoteleigenen Shuttle-Service, um uns am Nachmittag nach Downtown Dubai shutteln zu lassen. Wir hatten uns schon im Vorfeld via „Get your Guide“ Tickets für die 124., 125. und 148. Etage des Burj Khalifa gebucht. Der Vorteil der Tickets war, dass man die Warteschlangen an der Sicherheitskontrolle umgehen durfte. Vor der Auffahrt gab es in persönlicher Atmosphäre noch Datteln und Tee, dann ging es hoch auf die 148. Etage. Die 148. Etage ist die höchste öffentliche Etage des Burj und entsprechend spektakulär. Allerdings gibt es keine Aussichtsplattform, dafür jede Menge Schicki-Micki.
Wir fanden, das ganze Special-Ticket-Gedöns lohnt sich nicht. Der Burj ist SO HOCH, dass man den Unterschied zwischen der 148. und 125. Etage kaum wahrnimmt. Zudem hat die 125. Etage wenigstens die Aussichtsplattform.
Nach dem Burj haben wir uns noch die Dubai Fountain im Dunkeln angesehen. So spektakulär der Burj auch ist und definitiv ein „Must see“ ist; die Dubai Fountain – vor allem Abends – fanden wir schöner. Na ja, wir waren frisch verliebt und da ist so ein romantisches Fontänchen mit Musik und Licht-Show natürlich immer schön. ☺️
Die ganze Atmosphäre abends auf der Plaza am Burj ist überhaupt toll.
Die Dubai Mall ist natürlich auch spektakulär und pompös, aber im Endeffekt „nur“ eine riesige Mall.
Aufstehen, Frühstücken, Drinks am Pool, Drinks im Pool, Mittagessen, wieder Drinks am Pool, Drinks im Pool, Abendessen, in der Strandbar-Lounge relaxen und abends spät ins Bett – das war ziemlich präzise unser Tagesablauf der nächsten zwei Tage. 😅
Es ist erstaunlich, wie wenige Fotos wir während des Urlaubs gemacht haben. Wir waren halt noch blutige Anfänger oder so dermaßen frisch verliebt, dass wir nur Augen füreinander hatten und dabei das Fotografieren komplett vergessen haben. 😄
Immerhin haben wir wenigstens daran gedacht, uns am Burj Al Arab und den abenteuerlichen Stier-Transport im Bild festzuhalten.
Ach so: Es gibt noch drei Dinge zu erwähnen, die uns auch ohne Fotos im Gedächtnis bleiben werden. Zum Einen die klimatisierten Bushaltestellen (ja, kein Scherz) eine sehr freundliche, selbstständige Taxi-Unternehmerin, die uns erzählte, wie streng die Abschiebungen in Dubai gehandhabt werden. Wenn man als Ausländer unangenehm auffällt – auch als Unternehmer – muss man Ruckzuck das Land verlassen.
Das erklärt auch die dritte Geschichte:
Der Taxifahrer, der uns abends zurück nach Ajman ins Hotel fahren sollte, fuhr einen für uns auf den ersten Blick gigantischen Umweg, sodass wir eine typische Touristen-Abzocke vermuteten.
Wir sagten dem Fahrer natürlich, dass uns seine Route seltsam vorkam und er uns nicht verarschen solle. Er erklärte uns, es herrsche auf der kürzesten Strecke starker Berufsverkehr und er würde diesen umfahren.
Leider brach der typisch deutsche Nazi in uns durch und wir deuteten an, dass wir die Route via Navigatiions-App kontrollieren würden. Oh man… 😝
Unser Taxifahrer wurde auf jeden Fall mit jedem Kilometer nervöser, bis ihm im angenehm klimatisierten Fahrzeug die Schweissperlen auf der Stirn standen. Einige Zeit später wollte er uns erzählen, dass seine Schicht bald enden würde und er uns ein anderes Taxi rufen würde. Wir antworteten ihm, er solle uns keinen Quatsch erzählen und uns gefälligst wie vereinbart zum Hotel fahren – wir würden im nächtlichen Schardscha garantiert nicht auf ein Taxi warten. Die brennenden Ölfässer
in dem abgelegenen Industriegebiet, welches wir gerade durchquerten, erschienen uns wenig einladend.
Als er wenige Kilometer vor dem Hotel wieder auf die Hauptverbindungsstraße zwischen Dubai und Schardscha zurückkehrte, sahen wir tatsächlich den starken Verkehr. Es machte sich ein undefinierbares Gefühl in der Magengegend breit…
Irgendwann erinnerten wir uns daran, was uns die Taxi-Unternehmerin erzählte. Nämlich, dass Menschen bei grobem Fehlverhalten des Landes verwiesen werden. Uns war klar, dass unser Fahrer befürchtete, wir würden uns über ihn beschweren und er – wie viele Arbeiter in Dubai – kein Geld mehr zu seiner Familie in der Heimat schicken könnte. Uns plagte unser Gewissen und als wir dann endlich am Hotel ankamen, war er sichtlich froh, uns loszuwerden. 😶
Wir meinen uns erinnern zu könnten, dass er uns einen niedrigeren Preis als auf dem Taxameter nannte. Das hat unser schlechtes Gewissen dann fast ins Unendlich getrieben und wir zahlten nicht nur den vollen Preis, sondern entschuldigten uns für unser Verhalten und gaben ihm zusätzlich noch ein ordentliches Trinkgeld.
Solltest du also irgendwann mal in Dubai einen Taxifahrer anhalten wollen, der das Gaspedal sofort durchtritt, sobald er in dir einen finsteren Germanen erkennt – entschuldige bitte! 😅
(Foto Stier auf Ladefläche)
Fotolocation am Burj Al Arab
Die letzten beiden Tage liefen wieder nach unserem liebgewonnenen Schema ab: Aufstehen, Frühstücken, Drinks am Pool, Drinks im Pool, Mittagessen, wieder Drinks am Pool, Drinks im Pool, Abendessen, in der Strandbar-Lounge relaxen und abends spät ins Bett. 😅
Zwischendurch kam dann doch noch fast unerträgliche Action auf: Ein paar Blocks weiter brannte ein Gebäude. Wir vermuten, es ist ihm ein wenig zu heiß gewesen… 😆
Morgen heißt es schon wieder Abschied nehmen. Noch ein paar Fotos des letzten Sonnenuntergangs…
Unsere erste Reise als Noch-Nicht-Pappnasen war klasse. Schon auf dem Weg zum Flughafen träumten wir von unserer nächsten Reise. Dass wir in den folgenden zwei Jahren aber SOVIEL reisen würden und dass wir bereits 2019 zurückkehren würden, ahnten wir zu dem Zeitpunkt noch nicht.
Wir waren zwar noch nicht die „Pappnasen op Jöck“, allerdings hatten wir schon mit zwei Dingen begonnen, die später zu unserer Pappnasen-Tradition werden würden: