Neuseeland – Tage 3 & 4
Roadtrip Tage 1 & 2
Krasse Landschaften, ein kleines schnuckeliges Hotel, ein unvergesslicher Abend und der südlichste Punkt Neuseelands
Bluff
Bluff ist ein kleiner Fischerort im Süden von Neuseeland. Die Hauptattraktionen sind ein Wegweiser* und ein steiler Berg zum Bluff Hill Lookout hoch, an dem jedes Jahr im Februar ein Motorrad- Bergrennen abgehalten wird – das sagt eigentlich schon alles über Bluff aus, oder? 😅
Allerdings haben wir trotzdem einen unvergesslichen Abend mit wahnsinnig netten Eingeborenen und eine gute Nacht im kleinen, charmanten Foveaux Hotel. Als wir in Bluff ankommen, war das Wetter schon ziemlich „küstig“, was soviel wie wechselhaft bedeutet. 😅 Wir beschließen also, schnell im Hotel einzuchecken, die Highlights des kleinen Küstenörtchens zu besuchen, uns im Zimmer einzukuscheln und das stürmische und regnerische Küstenwetter durch die Fenster eines warmen Hotelzimmers zu beobachten. Doch Michael, der extrem liebenswerte Eigentümer des Foveaux Hotels macht uns einen Strich durch unsere Pläne – zum Glück!
Wir fühlen uns gleich beim Betreten des Art Deco – Hotels schon wohl. Das Hotel strahlt die heimelige Wärme einer leider schon längst vergangenen Zeit aus. Toll. Wir halten ein kleines Schwätzchen mit Michael, er gibt uns ein paar gute Tipps und lädt uns ein, gegen Abend in die nur zwei Häuser weiter gelegene Returned Services – Bar zu kommen. Hier treffen sich jeden Freitagabend die ehemaligen Soldaten des Ortes, aber auch sonst ist jeder Gast gerne gesehen und kann sich bei einer Verlosung beteiligen, wo es hauptsächlich Hühnchen und Fleisch zu gewinnen gibt. 😂
Wir haben auf jeden Fall einen herrlichen Abend und viele nette Gespräche. Die anschließende Nacht im Hotel Foveaux war zwar etwas kürzer als geplant, aber dank der Heizdecken im gemütlichen Bett, extremst kuschelig. 😍
* Der Wegweiser/Stirling Point ist der Beginn oder/und das Ende des State Highway 1.
Zwei Pappnasen und ’ne steife Brise
Da Pam, die Ehefrau von Mike gerade auf Familienbesuch in Europa ist (die Arme), fällt das Frühstück im Hotel für uns aus. Wir holen uns im Supermarkt aber ein paar Sandwiches und frühstücken im Auto mit Blick aufs Wasser. Dabei pfeift der Wind dermaßen ums Auto, dass es bei jeder Böe wackelt. 😅 *An dieser Stelle könnte stehen, dass die hübscheste Pappnase Neuseeland im Smart-Klatschen gewonnen hat – tut es aber nicht* 😁
Anmerkung der hübschesten Pappnase: Entstreichen! 😤 (Die große Pappnase hätte der hübschen Pappnase vielleicht nicht zeigen sollen, wie man im Blog rumpfuschen kann 😁)
Unser erstes Ziel des Tages ist das Waipapa Point Lighthouse. Als wir dort ankommen, bläst der Wind dermaßen heftig, dass wir kurz überlegen, ob wir überhaupt aussteigen – schließlich sieht man den Leuchtturm ja auch vom Parkplatz aus. 😅 Spätestens seit unserem Besuch an den Whistling Rocks sind wir aber abgehärtet und so wagen wir uns hinaus in die steife Brise.
Was uns auf dem kurzen Weg zum Waipapa Point Lighthouse entgegenschlägt, übertrifft das vergleichsweise harmlose Lüftchen an den Whistling Rocks um Längen. 😅 Zu dem Zeitpunkt ahnen wir aber noch nicht, dass auch das noch locker und gewaltig übertroffen werden wird – nämlich schon am nächsten Ziel, dem südlichsten Punkt von Neuseeland.
Zwei Pappnasen hart am Limit
Der Weg zum südlichsten Punkt von Neuseeland ist eigentlich kein Weg, sondern einfach nur eine Weide, über die man läuft – mit allen Vor- und Nachteilen. Vorteile fallen uns beim Schreiben dieser Zeilen noch keine ein, aber einen Sack voller Nachteile, denn wir haben sie ALLE hart am eigenen Leib erfahren dürfen. 😅
Wenn man die Gewalt, die eine entfesselte Natur entwickeln kann, mal am eigenen Körper erfahren durfte, wird man demütig. So wie wir heute. Es waren Böen von über 100 km/h angekündigt, aber das sagt uns Landeiern nicht viel. JETZT können wir das allerdings einordnen. Das sind Geschwindigkeiten, die einen zum Spielball werden lassen – selbst bei über 80kg Körpergewicht – unheimlich.
Wir kämpfen uns sprichwörtlich die knapp 750 Meter über die Wiese zum südlichsten Punkt von Neuseeland. Teilweise müssen wir uns klein machen, um nicht vom Wind umgeblasen zu werden. Manchmal trifft uns eine Böe so hart, dass wir kurz davor sind, umzufallen. Der großen Pappnase hat es auf der nassen Wiese dreimal die Beine weggerissen, so dass er im Dreck lag. 😅
Endlich wieder auf dem Parkplatz angekommen, entledigen wir uns in den vor Ort zum Glück vorhandenen Toiletten unserer nassen und dreckigen Klamotten und machen uns auf den Weg nach Dunedin ([Dunaidn] ausgesprochen), wo wir in unserem Hotel für die nächsten zwei Nächte erstmal die dreckige Kleidung waschen. 😅