Mal schnell ’ne Runde Salzwasser schlucken mit Skipper Manuel. 😅
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Unser 1. Hochzeitstag
... in Havanna. ♥️
Vor einem Jahr, am 25.7.2022 haben wir auf Sanibel Island endlich geheiratet. Heute, ein Jahr später, befinden wir uns knapp 370km südlich auf einem anderen Island – Kuba und feiern unseren ersten Hochzeitstag. Inseln scheinen es uns angetan zu haben. 😄
Letztes Jahr war die jüngste Pappnase noch dabei. Die möchte aber lieber erwachsen werden (vorsicht Falle!) und findet Trips mit uns alten Säcken mittlerweile zu langweilig. Also haben wir uns neue Opfer gesucht. Und wir haben uns für Maikelis & Christian, dem Pärchen vom Varadero-Trip entschieden.
Ein schöner Tag wars! 😍
Wir haben viel Sonne, 31 Grad, den Wind in den Haaren und ein wunderschönes, rotes Chevrolet Cabriolet unterm Hintern. Unser erstes Ziel soll das Restaurant „La Terraza de Cojímar“ sein. Das Restaurant hatte eine große Bedeutung in Hemingways Leben. Hier schrieb Hemingway am Buch „Der alte Mann und das Meer“ und es wurde am Anfang des Romans erwähnt. Ausserdem lag im Hafen von Cojimar sein Boot, die „Pilar“.
Fun Fact: Im Hafen von Cojimar endet/beginnt auch das erste Telefonkabel zwischen den USA und Kuba. 😄
Danach geht es nach „Fusterlandia“, einem Kunstprojekt, dass sich langsam auf das ganze Viertel erstreckt und zum Erkunden einlädt. Man kann an. jeder Ecke etwas entdecken. Echt toll und bekommt ein fettes Like!
Eine Sache muß noch erwähnt werden: Auf dem Weg nach Fusterlandia, kurz hinter Cojimar, auf der Schnellstraße „Via Monumental“ weht es der größten Pappnase den Strohhut vom Kopf, der dann mitten auf der Straße liegenblieb.
In Deutschland wäre der Hut weg gewesen. Bestimmt wäre jemand drübergefahren. Nicht so auf Kuba. Alle machen einen Bogen um den Hut und ein Taxifahrer hält sogar an (auf der Schnellstraße!) und bringt uns den Hut zum Auto, denn auch wir standen mittlerweile.
Großartig. ♥️
Christian schlägt als nächstes Ziel den „Parque Almendares“ vor. Wir vertrauen ihm und werden nicht enttäuscht. Ein toller, dicht und abenteuerlich bewachsener Park mit einer kleinen Bar mit leckeren Drinks und vielen Oldtimern.
Beim herumschlendern stolpern wir Pappnasen in eine Taufe am nahegelegenen Fluss und werden rüde vertrieben. 😅
Unser nächstes Ziel ist das „Submarino Amarillo“ und der daneben liegende John Lennon Park. Auf dem Weg dorthin kommen wir am Necrópolis Cristóbal Colón vorbei, einem unfassbar großen Friedhof. Leider haben wir nicht angehalten und ihn besichtigt. Blöde! 😩
Nachdem wir ein paar wertvolle Fotos mit der John Lennon Statue im Park gemacht haben und den Türsteher vom Submarino Amarillo bequatscht haben, uns mal kurz für ein paar Fotos hereinzulassen, geht es auch schon weiter in die historische Altstadt von Havanna. Vorbei geht es am obligatorischen Capitolio und dem „Granma Memorial“. Die „Granma“ (Grand Ma) ist das Schiff mit dem Fidel Castro, Che Guevara und 80 weitere Rebellen 1956 von Mexiko aus in Kuba anlandeten, um gegen die Diktatur von Fulgencio Batista zu kämpfen.
Über den Paseo de Martí, einem Boulevard, der früher den Reichen vorbehalten war, fahren wir zum Parque Luz Caballero, wo wir ein wenig spazieren gehen. Von dort aus fahren wir zum Hotel Manzana, um auf der tollen Dachterrasse des Hotels gegen 19:00 – 19:30 Uhr (die Zeit, zu der wir heirateten) mit einem Drink anzustossen. Die Aussicht von oben ist großartig und definitiv einen Besuch wert. 😍
Bemerkenswert: Wir haben Maikelis & Christian gesagt, dass wir sie gerne auf einen Drink einladen würden, sie lehnten allerdings ab. Nachher (und nach ein wenig bohren) erzählten sie uns, dass es Kubanern nicht erlaubt sei, in die Rooftop-Bar zu gehen. 😡
Das Finale furioso erleben wir auf der Festung „La Cabaña“, mit Blick über die Bucht und der beleuchteten Altstadt von Havanna.
Der Eintrittspreis-Gestaltung in die Festung ist allerdings rassistisch. 😄
Kubaner zahlen weniger als Touristen – etwas, das wir vernünftig und nachahmenswert finden, denn schließlich zahlen die Kubaner schon mit ihren Steuergeldern für den Erhalt der Festung.
Seit 1774 findet auf La Cabaña jeden Abend „El cañonazo de las nueve“ statt, die Kanonenschusszeremonie. Dabei feuern Soldaten in der historischen Uniform der Revolutionären Streitkräfte Kubas einen Kanonenschuss ab. Die Einwohner Havannas sollten darüber informiert werden, dass die Stadttore geschlossen oder geöffnet werden und die Kette zur Hafeneinfahrt gespannt oder heruntergelassen wird.
Heute erleuchtet mit dem Kanonenschuss die Kuppel des Capitols und gilt in der Hauptstadt als Startschuss für das kubanische Nachtleben.
Was für ein spektakuläres Ende dieses schönen Tages.
La Terraza de Cojímar
Kneipe aus "Der alte Mann und das Meer"
Fusterlandia
Verrücktes, von Gaudi & Picasso inspiriertes Mosaik-Museum
Necrópolis Cristóbal Colón
Riesiger Friedhof mit ca. 1 Million Gräbern
Submarino Amarillo
Legendäre Beatles Bar
Capitolio
Nachbau des Capitols in Washington
Granma Memorial
Schiff, mit dem Fidel Castro, Che Guevara von Mexiko nach Kuba fuhren
Parque Luz Caballero
Ein bisschen spazieren gehen
Hotel Manzana
Tolle Dachterrasse
La Cabaña
Festung mit Blick auf Havanna und Kanonenschuss
Via Monumental
die Stelle, wo der Taxifahrer den Hut zurückbrachte
Auf nach Florida!
... mit dem Tretboot. 😅
Was passiert, wenn zwei Pappnasen zu lange in der Sonne liegen? Das Ergebnis zeigt dieses Video eindrücklich. 😆
Nicht-Ganz-So-Depri-Video: Kuba
Jetzt bald ist es Tradition 😋
Abschied nehmen von Ländern, die wir besonders lieb gewonnen haben, tut weh. Ganz schlimm geht es uns immer, wenn wir die USA wieder verlassen müssen. So entstand auch das „Depri Video“. Damals, im August 2021, als die jüngste Pappnase auf die Idee kam, unsere miserable Abschiedsstimmung auf Video festzuhalten, wurde das Depri Video geboren.
Zum Abschied von Kuba haben wir auch eins gemacht – mit einem lachenden und einem weinenden Auge.
Hasta la Vista Kuba!
Goodbye Kuba
Abschlussvideo Kuba. Zurücklehnen und die Eindrücke auf sich wirken lassen. 🍿
Kanada! Endlich!
Niagarafälle, Wale gucken, Nova Scotia, krasse Natur, Pick Up fahren - geil.
Wie sehr freuen wir uns auf Kanada! Jeder hat wohl bei dem Gedanken an dieses Land seine eigenen Bilder im Kopf. Wir auch. Und so starten wir hibbelig und neugierig unsere Reise. Und was sollen wir sagen? Wir wurden sowas von nicht enttäuscht. Irgendwie anders als erwartet, aber es war trotzdem mal wieder ein epischer Trip. 😋
Um kurz nach 10 Uhr (MEZ) heben wir in Frankfurt ab. Knapp 8 Stunden später, gegen 13 Uhr (GMT) landen wir zum ersten Mal in Toronto, Kanada. Die Immigration verläuft zügig. Keine Zollbeamten, nur diese widerlichen NWO-Immigration-Automaten. Wir hassen es. Zuerst holen wir unseren Pick Up. Vor allem die hübsche Pappnase freut sich, dass die Nase glüht. Die große Pappnase ist kein großer Fan von dicken, fetten Karren – er hat’s lieber sportlich. Wir bekommen einen Chevrolet Silverrado mit 5,3 Liter V8 und grimmigen 355 PS. Okay, die große Pappnase lächelt jetzt doch ein wenig… 😁
Unser erster Ausritt mit dem Silverrado führt uns nach Toronto. Der Verkehr ist heftig. Dieses Wochenende findet wohl ein LGBTQ-Fickt-Euch-Fest statt. Es fängt zudem auch noch an zu regnen. Toronto macht es uns nicht leicht, es zu mögen. Wir drehen eine kurze Runde durchs Zentrum, aber irgendwie sind wir schon jetzt so abgestossen von diesem woken Regenbogenfähnchen-Trallala, dass wir beschließen, gleich nach St. Catharines, zu unserem ersten Motel zu fahren. Eine weise Entscheidung, denn der Verkehr und das Wetter wird NOCH schlimmer. Wir benötigen fast vier Stunden, für eine Strecke, die gewöhnlich in der halben Zeit zu schaffen ist. Immerhin ist unser Motel, das Capri Inn super. Wir gehen noch schnell im Walmart einkaufen (natürlich auch Bananenbrot & Orangensaft 😋) und dann ins Bett.
Die Niagarafälle
... sind noch viel bessererer als erwartet. 😃
Nur 17 Minuten bzw. 22 Meilen fahren wir vom Capri Inn bis zu den Niagarafällen. Schon um 8:30 Uhr stehen wir auf dem Parkplatz vom Skylon Tower. Wir wollen zuerst einen Blick von oben auf die Niagarafälle werfen. Ungeduldig (die hübsche Pappnase 😋) und geduldig (die große Pappnase) warten wir auf 9 Uhr, wenn der Turm öffnet. Die große Pappnase liebt die offenen Aufzüge, die sich aussen an Gebäuden in die Höhe schrauben. Aber die Fahrt war auch durch unsere Aufzugführerin sehr witzig – eine echte Entertainerin. Der erste Blick aus 130 Metern Höhe verschlägt uns die Sprache. Gänsehaut. Pippi inne Augen. Da liegen sie in ihrer Imposanz vor uns, die Niagarafälle. 😍
Es ist wirklich ein Erlebnis, das Donnern der Wassermassen bis oben auf den Turm zu hören, aber nach knapp zwanzig Minuten wollen wir unbedingt näher ran. Wir kaufen uns Tickets für die „Journey behind the Falls“. Und von der Plattform direkt an den Wasserfällen sind sie tatsächlich NOCH umwerfender. Man wird weniger nass, als erwartet. Eigentlich sind diese gelben Capes nichtmal nötig. Vielleicht haben wir auch einfach Glück mit dem Wetter – wenn es windiger ist, wird vielleicht mehr Wasser auf die Plattform geblasen. Klasse war es auch, hinter den Fällen zu stehen.
Die Stunden verfliegen und wir sind hungrig. Im Welcome Center direkt an den Fällen möchten wir ins „Table Rock Bistro“ mit Aussenterrasse. Leider ist es noch geschlossen. Während wir warten, kommen wir mit einer amerikanischen Familie ins Gespräch. Besonders beeindruckt hat uns der Sohn mit seinem Benehmen und seiner Ausdrucksweise. Wir geben ihm ein paar Tipps für seine Europareise, die er irgendwann mal machen möchte und hoffen insgeheim, dass er sich noch viel Zeit damit lässt… 😅
Übrigens: Das Panini mit Kartoffelsalat ist DER HAMMER!
Unser nächstes Ziel ist die amerikanische Seite der Niagarafälle. Zum Glück haben wir noch in Deutschland unser ESTA neu beantragt. Wir testen jetzt also auf dem Landweg, ob man uns noch in die USA lässt. 😄 (Insider 😉)
1,3 Meilen später wissen wir es genau: Die superfreundliche US-Grenzbeamtin lässt uns in die USA! 🥳
Die amerikanische Seite der Niagarafälle gefällt uns nicht ganz so gut wie die kanadische Seite. Der Blick auf die Fälle ist von Kanada aus besser. Und es ist kaum zu fassen, aber wahr: Insgesamt ist die kanadische Seite der Niagarafälle entertainiger. Gibt es das Wort überhaupt? Egal, du weißt, was wir meinen. Niagara Falls (Kanada) hat viel mehr Las Vegas – Vibes als Niagara Falls (USA), welches mehr an einen ruhigen Naturschutzpark erinnert. Man glaubt es kaum, ist aber so! 😄
Zwei Dinge möchten wir heute unbedingt noch erleben:
1.) Eine Fahrt mit dem Boot ganz nahe heran an die Fälle.
2.) Das abendliche Feuerwerk und die Lightshow sehen.
Eine Fahrt mit dem Boot direkt in die Gischt der Niagarafälle sollte man unbedingt gemacht haben und auch das Feuerwerk und die beleuchteten Niagarafälle gehören zu einem Besuch irgendwie dazu. Als wir spät Abends glücklich, mit dicken Füßen und den Kopf voller Erinnerungen im Bett liegen, keimt in uns beiden wohl schon leise ein ganz spezieller Gedanke…
Table Rock Bistro (Table Rock Welcome Center)
Aussenterrasse mit Blick auf die Niagarafälle
Toronto, Kanada -> Sayre, USA
Goodbye Canada, hello USA!
Der leise Gedanke vorm Vorabend wird beim Betrachten der Wetterkarte immer lauter und so beschließen wir spontan, unseren Kanada Roadtrip nach Süden auszudehnen. Genaugenommen wollen wir ihn um über 700 Kilometer bis Washington D.C. ausdehnen. Dort herrscht bestes Sommerwetter, während die Aussichten auf unserer geplanten Strecke über Quebec bis Nova Scotia mehr oder weniger Dauerregen und Temperaturen von 15 Grad versprechen. Ausserdem ist in ein paar Tagen der 4. Juli und wir wollten schon immer mal den Independence Day in den USA feiern. Immerhin sind wir aber dreimal zwischen Toronto den Niagarafällen bzw. unserem Hotel gependelt, was auch knapp +- 350 Kilometer entspricht. Also streng genommen haben wir einen kleinen Roadtrip in Kanada gemacht. 😅
Was braucht man im Sommer bei einem Roadtrip? Rrrrröchtöch – ein Cabrio. Also fahren wir nach dem Auschecken vom Motel zum nahegelegenen Port Dalhousie East Pier mit seinem Leuchtturm, um zu frühstücken und uns von unserem bulligen Begleiter der letzten zwei Tage würdig zu verabschieden.
Ein klitzekleines Problemchen haben wir an der ESSO Tankstelle in Mississauga, weil wir keine Ahnung haben, ob unser V8 Begleiter ein Diesel oder ein Benziner ist. Nirgendwo fand sich ein Hinweis. Die hübsche (und kluge) Pappnase kam dann auf die Idee, dass die Zapfpistole für Diesel ja breiter ist. Allerdings passt die kleinere Benzinzapfpistole problemlos in einen Diesel-Einfüllstutzen. Egal, wer nicht wagt… 😅
Wieder überqueren wir die Rainbow Bridge Richtung USA. Diesmal allerdings mit unserem neuen Begleiter, einem 320 PS Mustang. Der Grenzübergang verlief erstaunlich schnell und problemlos. Ein kurzer Blick in den Pass und schon waren wir wieder in den USA. Yeah. Noch ein Halt bei „Señor Leon“, einem mexikanischen Restaurant in Niagara Falls und weiter geht es durch den Bundesstaat New York, über Buffalo und Warsaw zum Best Western Grand Victorian Inn in Sayre, direkt hinter der Grenze von Pennsylvania, wo wir spät in der Nacht ins Bett fallen. Das Roadtrip-Feeling stellt sich ein, gute Nacht Amerika!
PS: Das Wenige, was wir vom Bundesstaat New York bis Anbruch der Dunkelheit noch sehen konnten, hat uns sehr gut gefallen. Sehr ländlich, sehr schön.