Australien – Tag 1 & 2
Endlich Down Under und Mussolinis Nachfahre
So. Wir haben es getan. Wir sind seit dem 26. Juli in Australien. Down Under. Genauer in Westaustralien. Noch genauer in Perth, der abgelegensten Großstadt der Welt. UND: **trommerlwirbel** wir haben jetzt alle 5 Kontinente besucht. 🥳😃
„Moooooment“, wird der typische Klugscheißer jetzt rufen. Und weiter: Was heißt hier „alle 5 Kontinente“? „Es sind doch jetzt 7 Kontinente!“
Jow. Brav, du Klugscheißer. 😋 Was liest du hier eigentlich mit? Das ist unser privates Reise-Tagebuch! Wir gendern nicht, wir schreiben „Delphin“ auch weiterhin mit „ph“, Zigeunersoße bleibt für uns Zigeunersoße, der Negerkuss bleibt für uns ein Negerkuss und E-Karren sind für uns Schrott auf Rädern. Kurz – wir machen nicht bei jedem Scheiß mit. 😁 Außerdem: Südamerika haben wir eh schon besucht und die Antarktis darf man eh nicht ernsthaft betreten.
Perth
Die Einreise nach Australien läuft fluffiger als erwartet. Nach dem nur 3 Stunden und 50 Minuten dauernden Flug, der sich wegen der mit uns fliegenden Passagiere aber wie 10 Stunden anfühlte und der nervigen, von Hand auszufüllenden Einreisekarte, hatte Australien schon ganz schön an Sympathiepunkten verloren, noch bevor wir überhaupt angekommen waren. Laute, unruhige, gröhlende Erwachsene und schreiende, quängelnde Kinder haben den Flug zur Prüfung werden lassen. 😅
Umso überraschter sind wir dann, als der Einreise-Zirkus wesentlich entspannter als befürchtet war. Auf dem Weg zum Holiday Inn City Center Hotel fällt uns auf, wie ruhig der Verkehr läuft. Auch ist alles sehr sauber und die Stadt sieht aus als wäre sie erst gerade gebaut worden. Auch ist der Mix aus historischen und neuen Gebäuden sehr gut gelungen.
Wir bringen unsere Taschen aufs Zimmer – dank Member-Status in der obersten Etage – und machen uns gleich daran, das gleich vor unseren Füßen liegende Stadtzentrum zu erkunden. Wir sehen ein Mädchen, welches ihren Kaugummi in einen Mülleimer, anstatt achtlos auf die Straße schmeißt. Traurig, dass uns sowas überhaupt als außergewöhnlich auffällt.
Perth hält auch bei näherer Betrachtung, was der Eindruck auf der Fahrt vom Flughafen versprach – Perth ist eine schöne und lebendige Stadt. Sehr cool ist auch, dass die (CAT-)Busse in der Innenstadt gratis sind. Davon könnten sich viele Städte eine Scheibe abschneiden.
Wir halten das Holiday Inn City Center übrigens für empfehlenswert, auch wenn es uns an Vergleichen in Perth fehlt. Aber wir haben uns dort sehr wohl gefühlt, das Restaurant und die Bar sind sehr cool und gemütlich und die hübscheste Pappnase empfand das Frühstück sogar als das Beste der letzten Monate – das schließt sogar das Frühstück im Hotel Bab Al Qasr in Abu Dhabi ein! 😳
Restaurant Italian Street Kitchen
Wir gönnen uns eine Pizza im Restaurant Italien Kitchen. Sehr stylich, sehr lecker, eigentlich könnte es auch sehr gemütlich sein, doch leider setzt man im Restaurant den Fokus auf System-Gastronomie. Das Personal ist sehr Aufmerksam, aber auch hektisch und viel zu schnell. Man hat den Eindruck, man freut sich über jeden Gast, doch scheint man auch froh zu sein, wenn der Gast den Tisch auch schnell wieder für den nächsten Gast frei macht. Money makes the world go round. Schade, das Italien Kitchen könnte ein echter Tipp sein.
Am zweiten Tag bekommt das Pappnasen-Rudel ein neues Rudel-Mitglied. Drohnie 2.0, eine kleine, nur 249 Gramm leichte Drohne von DJI. Mit dem extrem geringen Gewicht ist sie eine perfekte Reise-Drohne und entgeht vielen Regulierungen, die heute für schwerere Drohnen gelten. Leider macht sie das – im Vergleich mit Drohnie 1.0, die mit ihren 950 Gramm ein Schwergewicht ist – auch windanfälliger. 😏 Wie auch immer, wir freuen uns, dass Drohnie 2.0 ab heute mit uns die Welt unsicher macht.
Känguruh-Eier im London Court
… ist eine nicht besonders lange Verbindungs-Gasse zwischen der St. George Terrace und Hay Street Mall, in der man sich beim Betreten durch eines der beiden Tore gleich wie in London fühlt. Man findet hier viele Geschäfte, doch leider fehlt ein uriges, englisches Restaurant oder Pub. Dafür landen wir in einem kleinen Souvenir-Laden mit wirklich sehr schönen Souvenirs, wie zum Beispiel Känguruh-Eier. 😳 **kleine Pause, um das mal sacken zu lassen**
Der Besitzer des Shops versichert uns, die Hoden wären echt und er fügt hinzu, dass sie besonders häufig von Asiaten gekauft werden.
Wollen wir auch wissen, wie die Hoden in den Verkauf geraten? Nein, wollen wir nicht.
Dafür finden wir (Achtung, Tradition!), wie in jedem Land, ein kleines Mitbringsel für die kleinste Pappnase. Ein paar Socken mit aufgedruckten Känguruh. Man, wird der Teen sich freuen. 😄
Die große Pappnase verliebt sich in einen sehr coolen, in Australien von Hand gefertigten Hut im Crocodile Dundee – Style. Erstaunlicherweise nimmt er ihn nicht gleich mit. Der Preis von 150 Australischen Dollars verhindert einen Spontankauf scheinbar effektiv. 😄
Die Sache mit dem Bitcoin ATM und dem georangepillten Kiosk-Betreiber
Auf dem Weg zurück zum Hotel will sich die hübscheste Pappnase noch ein Bierchen kaufen, um den Tag ausklingen zu lassen, während die große Pappnase mit Drohnie 2.0 rumspielt ääääh… sich vertraut macht. Rein aus Sicherheitsgründen natürlich. Männer und ihre Spielzeuge… 😋
Im einem Hotel nahegelegenen Kiosk finden wir zwar kein Bier, aber einen Bitcoin ATM. 😁 Wir fragen, ob der ATM oft genutzt wird und erhalten vom Kiosk-Betreiber eine überraschende Aussage: Ja, er wird täglich genutzt! 😳😃 Manche Kunden kaufen sogar für vierstellige Summen. Krass. Noch vor wenigen Jahren hätte die Antwort ganz anders geklungen.
Wir fragen den Besitzer, ob er ein Bitcoiner ist, oder den ATM nur aus Profitgründen aufgestellt hat. Er gesteht, dass er leider keine Ahnung von Bitcoin hat. Okay, das lässt sich ändern…
Als wir den Kiosk verlassen, ist unser Kiosk-Besitzer georangepilled und wollte von uns wissen, wie und auf welcher Börse er günstig Bitcoin kaufen kann (😁), denn „sein“ ATM ist leider ein bisschen zu teuer.
Ein durchgeknallter Abend mit Mussolinis Nachfahre
Weil es im Kiosk kein Bier gab, landen wir in der gemütlichen Hotel-Bar. Eigentlich wollen wir nur ein Bierchen (für die hübsche Pappnase) und einen Saft (für die große Pappnase) zischen, doch irgendwie kommt alles anders.
In der Bar treffen wir ein südafrikanisches, älteres Ehepaar. Die Ehefrau erzählt uns von ihrem Ur-Großvater, der den ersten Diamanten in Südafrika gefunden hat und zeigt uns zur Bestätigung ihrer Geschichte, ein Foto des Ur-Großvaters, dass in einem Museum hängt.
Wir kommen in ein äußerst kurzweiliges Gespräch, in welches sich von der Seitenlinie immer wieder ein extrem schräger, aber witziger, zirka 45 Jahre alter Australier einbringt. Wir amüsieren uns alle sehr und als das ältere, südafrikanische Ehepaar zum Flughafen aufbricht, bleiben wir mit dem kautzigen, australischen Hippie solange in der Bar, bis sie schließt und uns das Personal zweimal bitten muss, zu gehen.
Gott haben wir Spaß gehabt! Besonders witzig war, als er fragt, welches denn bisher unser Lieblingsland ist und die große Pappnase wie aus der Pistole geschossen antwortet: „Es gibt da ein paar, aber NICHT dazu gehört Deutschland“. Der Hippie lacht kopfnickend und verstehend laut – wir lachen mit. Wir erzählen ihm, dass Schottland eines der Länder ist, dass uns wirklich aus der Hose gehauen hat. Er nickt wieder verstehend, zückt sein Handy und zeigt uns Fotos von Loch Ness, wo er (natürlich) Nessie entdeckt hat. Wir kontern und zeigen unsere Nessie-Beweisbilder. Wir lachen wieder. Es war ein sehr geiler Abend, der uns sicher noch lange in Erinnerung bleibt. 😅
PS: Er erzählte uns nebenbei auch, dass er ein Nachfahre Mussolinis sei und ein Templer bzw. dem Orden der Kreuzritter angehört. Zuzutrauen wäre ihm das. Der Typ war so durchgeknallt, so verrückt ist man nur, wenn man ein bunter Typ mit einem bunten Leben ist. Die Fotos auf seinem Handy untermalen seine Geschichte. Irgendwie glauben wir ihm…
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