Loch Ness
Isle of Skye - Tag 2
Heute soll es nach Loch Ness gehen. Wird mal Zeit, dass jemand dieses „Nessie“ entdeckt. Bringt ja nix, irgendjemand muss das ja mal durchziehen. Wir sind wild entschlossen.
Von unserer Unterkunft im Norden der Isle of Skye bis zum Urquhart Castle am Loch Ness sind es 192 Kilometer beziehungsweise 3 Stunden 6 Minuten Fahrt. Bevor wir die Straßen hier kannten, hatten wir noch vor, auch nach Inverness und zum Schlachtfeld von Culloden zu fahren, aber dafür war – leider – mal wieder zu wenig Zeit. Egal, wir haben eh‘ schon beschlossen, nach Schottland zurückzukehren – dieses Land ist zu schön, um es nur einmal zu besuchen. Dann haben wir vielleicht auch die Zeit, ein paar Drehorte der Serie Outlander zu besichtigen.
Sligachan Bridge – Skyes berühmteste Brücke
Auf dem Weg nach Loch Ness halten wir an der Sligachan Bridge. Laut einer alten Legende bekommt man die ewige Jugend geschenkt, wenn man sein Gesicht für ein paar Sekunden in das Wasser unter der Brücke hält. Das haben wir nicht gemacht. Der Boden war zu matschig und der Fluss zu wild – er hätte uns garantiert die Pappnasen vom Gesicht gerissen. 😅
Wer an dieser Brücke vorbeifährt, macht einen Fehler. Besonders Morgens und Abends – bei perfektem Licht – ist die Brücke und die im Hintergrund liegenden Black Cuillins, die schwarzen Berge von Skye, ein fantastisches Fotomotiv. Bei uns ist es sehr stürmisch, regnerisch und die Bergspitzen sind in dicke Wolken gehüllt – auch geil.
Nessie – es lebt!
Am Urquhart Castle kommen wir mit einer sehr netten Ticketverkäuferin ins Gespräch. Ihr Akzent kommt uns bekannt vor. Es stellt sich heraus, dass sie eine Höllanderin ist, die es der Liebe wegen nach Schottland verschlagen hat. Können wir verstehen. Wir sind auch schon in Schottland verliebt. 😋
Die Ruine ist sehr gepflegt und sehenswert. Hin und wieder soll es einen Dudelsackspieler geben, der das Gelände in passende Klänge hüllt – dieses Glück haben wir nicht. Zuerst zieht es uns ans Ufer des Loch Ness. Wir haben eine Mission zu erfüllen. Noch in Balmaqueen kommt uns die Idee, das Quitscheentchen-Nessie, unser Mitbringsel für die flügge gewordene Pappnase stilecht im Wasser des Loch Ness zu taufen. Dazu haben wir uns ein Seil ausgeliehen, welches an einem Weidenzaun nahe unserer Unterkunft hängt. So stellen wir uns also unter den verwunderten Blicken einer handvoll Touristen ans Ufer des Loch Ness, binden unser mitgebrachtes Seil um die kleine Gummi-Nessie und schleudern sie in die kalten Fluten.
Die hübscheste Pappnase hatte noch in Deutschland die Idee, ein Nessie-Foto zu schiessen. Sie hat dazu ein kleines Brachiosaurus Spielzeug mitgebracht – nur für den Fall, dass wir Nessie unerwarteterweise nicht erwischen. So eine alte Pessimistin… 😋 Dabei hat Urquhart Castle eine lange Tradition an Nessie-Sichtungen. Das berühmte Foto von Peter MacNab aus dem Jahr 1955 zeigt die Ruine zum Beispiel, während Nessie gemütlich seine Bahnen zieht.
Corrimony Cairn
Um den Heimweg nach Skye anzutreten war es noch zu früh, für Inverness war es schon zu spät, also fragen wir zwei der Touristen-Führer, ob sie nicht eine sehenswerte Empfehlung in der Nähe haben. Haben sie. Also zumindest fast. Das Corrimony Cairn ist ein Steinhügel/Grab aus der Bronzezeit (2200 bis 800 v. Chr.). Ist es sehenswert? Ja. Ist es ein tagesfüllendes Ziel? Nein. So machen wir uns also nach knapp einer halben Stunde auf den Weg zurück nach Skye.