Taj Mahal – 2 –
Ein Traum wird wahr - nicht nur für die hübscheste Pappnase. 🥰
Weil ein Tag zuwenig ist und man sich am Taj Mahal nicht satt sehen kann und weil Träume nur einmal wahr werden und man sie dann gefälligst ausgiebig genießen muss und weil wir unsere Pappnasen am ersten Tag vergessen haben und überhaupt…
Wir haben es heute ein zweites Mal geschafft: an einem Touristen-Hotspot, morgens die ersten zu sein, die ihn betreten. Wir haben es 2021 schon einmal geschafft – damals noch mit der kleinen Pappnase, die heute gar nicht mehr so klein ist. 😅 Wir waren morgens die ersten Besucher in Chichén Itzá. Und heute also wieder. Die Belohnung für eiskalten Willen und Disziplin. 😅 Der Wecker klingelt bereits um 3:45 Uhr. Knapp eine Stunde später sitzen wir schon im Golfcart und würden gerne zum Ost-Eingang des Taj Mahal fahren.
Doch dummerweise müssen wir noch auf eine Busladung von Touristen warten, die kurz nach uns eintreffen. Na toll, wir sehen schon kurz unsere Chancen auf ein einsames Taj Mahal schwinden, als uns einfällt, dass Gruppen sich ja laufend sammeln müssen und wir die Situation eiskalt nutzen werden, um die Gruppe zu überholen. 😋
Deutschland 1 – Niederlande 2
Genau so läuft es auch. Die Gruppe besteht wohl zum großen Teil aus Niederländern – nach den Deutschen die Reiseweltmeister Nummer 2. Aber halt nur #2 – und so wird es auch heute sein. 😁
Anwar Hasan
Wir stehen vor dem letzten Tor, bevor man das Gelände des Taj Mahal betritt, als uns ein netter, älterer Inder anspricht, um uns einen Tipp fürs Fotografieren zu geben. Zuerst und für einen kurzen Moment wollen wir ihn freundlich abwimmeln – zum Glück haben wir es nicht getan, denn Anwar Hasan ist ein wahrer Segen. Schon seine Vorfahren haben am Taj Mahal gearbeitet und sein Sohn, den wir später treffen, arbeitet auch schon hier. Wenn man sich hervortut, werden diese Jobs an die Nachfahren vererbt. Knaller. Und zutiefst logisch, so wird Erfahrung genutzt.
Anwar Hasan zeigt uns – ganz unaufdringlich – noch weitere Foto-Geheimnisse des Taj Mahal. Wir sind begeistert. Als ihn die große Pappnase auf Geld anspricht, winkt er ab und berichtet, dass schon seine Vorfahren den Besuchern ohne Geld zu verlangen gedient haben – weil es eine Ehre ist, im Taj Mahal arbeiten zu dürfen. *gänsehaut*
Spätestens als er von der hübschen Pappnase ein Foto ihrer Augen mit der Spiegelung des Taj Mahal fotografiert, wissen wir, er würde alle unsere Rupien bekommen, die wir noch dabei haben.
Leider waren es nur noch 1000 Rupien (umgerechnet 10€). 🥺 Wir werden versuchen, ihn zu finden, um ihn noch etwas zu geben – ob es uns gelingt, wissen wir zum Zeitpunkt, an dem wir diesen Post schreiben, natürlich noch nicht.
Anwar zeigt uns auch die Fotospots, an denen Bilder für den James Bond Film „Octopussy“ und für die Camel Werbung entstanden sind. Sollten wir Anwar wirklich nochmal treffen, lassen wir uns seine Telefonnummer geben, er ist wirklich jede Empfehlung wert.
Eine sehr lustige Geschichte erleben wir am Ausgang des Ost-Tors: es stehen überall auf dem Gelände diese großen Ventilatoren herum, weil zu dieser Zeit die Temperaturen und vor allem die Luftfeuchtigkeit, wirklich hoch sind. Die große Pappnase stellt sich mal wieder vor einen dieser großen Standgebläse und wir kommen mit zwei Soldaten ins Gespräch, die das Gelände bewachen. Einer fragt, wie alt die große Pappnase ist und woher wir kommen. Wir antworten: „aus Deutschland“ und er hebt die Hand und sagt: „Ah, Hitler!“ 😂.
Manch einem deutschen Reichsbedenkenträger äääh… Besucher wäre sicher das Lachen vergangen, wir gehen mit solchen Flapsigkeiten entspannt um – schließlich tut es die ganze Welt – außer den Deutschen.