WOW!
(Arbeitstitel, bis uns etwas besseres eingefallen ist 😅)
Am Titel erkennt man, wie sehr uns die Tour des heutigen Tages beeindruckt hat. Wir ringen noch nach Worten, SOWAS erlebt man vermutlich nicht oft im Leben.
Von unserer Wohnung in Mendoza, zu unserem ersten Ziel, dem Christ the Redeemer of the Andes sind es 213 Kilometer, beziehungsweise 3,5 Stunden Fahrt – insofern man keinen langsamen LKW vor sich hat. Diese Erfahrung durften wir nämlich gleich bei unserem ersten Ausflug, zum Embalse Potrerillos vor 5 Tagen machen. Hier fahren teilweise nämlich LKW herum, die den Titel „Seelenverkäufer“ redlich verdient haben. Wenn dann noch die motorleistung-raubende Höhenluft dazukommt, schleicht man hinter so einem Seelenverkäufer schonmal im Schritttempo die Berge hinauf.😅
Zum Glück hat die größte Pappnase das Autofahren in der Eifel gelernt – aber dazu später mehr.
Imposante Ausblicke überall.
Wir schaffen die Strecke in nur 3 Stunden – inklusive einem Foto-Stop am Solar Histórico bei Uspallata. Die Straße schlängelt sich vorbei an Szenerien, die man nicht beschreiben kann. Man muss es selbst erlebt haben. Selbst unsere Fotos lassen die imposanten Ausblicke nur erahnen.
In Las Cuevas steht ein seltsam deplaziert wirkender Torbogen mit Türmchen, der an die Einfahrt zu einer mittelalterlichen Burg erinnert. In Wirklichkeit befindet sich im Torbogen Hostel Arco de Las Cuevas scheinbar ein Restaurant – zumindest steht es außen angeschlagen.
Wenn man das Hostel-/Restaurant-/Torbogen-Dings durchquert, kommt man unweigerlich auf die Passstraße, die zum Cristo Redentor de los Andes führt.
In den Google-Rezensionen liest man, wie schwer die Straße mit einem normalen Auto zu fahren ist und man am besten ein geländegängiges Allrad-Fahrzeug braucht. Das ist quatsch. Okay, die Straße ist rauh und teilweise wild, aber weit weg davon, nicht mit einem normalen Auto befahrbar zu sein. Schnell mag man schon wegen der atemberaubenden Ausblicke ohnehin nicht fahren.
Cristo Redentor de los Andes
Oben angekommen, befindet man sich auf knapp 4000 Meter über dem Meeresspiegel. Zum Vergleich: die Zugspitze ist 2962 Meter hoch. Wir sind überrascht, dass es dort oben wesentlich wärmer als erwartet ist. Nur der Wind bläst einigermaßen kühl.
Hinter der Statue kann man noch ein Stück den Berg hochlaufen und man steht vor einer rot bemalten Stahlkonstruktion, auf dessen Spitze ein weisses Schild mit den Aufschriften „Chile“ und „Argentinien“ zu finden ist. Die Aussicht von da oben ist nochmal ein Stück spektakulärer und lohnt sich definitiv.
Völlig unspektakulär kann man vom westlichen Teil des Geländes, vorbei an einer Verkaufs-Bude, einfach so die Passtraße hinunter nach Chile fahren – kein Schlagbaum, kein Grenzhäuschen – nix! 😳
Parque Provincial Aconcagua
Auf dem Rückweg halten wir am Parque Provincial Aconcagua, einem Naturschutzgebiet in einem Hochtal, durch das man zum Aconcagua, dem mit 6961 Metern höchsten Berg der amerikanischen Kontinente und höchstem Berg außerhalb Asiens. Krass. Der Eintritt kostet uns 5000 Pesos pro Person – mehr als fair. Wir können leider nur eine Stunde durchs Tal spazieren, weil wir bei Einbruch der Dunkelheit die Andenstraße zu Ende gefahren sein wollen. Wir wollen wirklich jeden möglichen Blick, der noch möglich ist, erhaschen – auch wenn das bedeutet, dass wir womöglich keinen Condor zu sehen bekommen. Ja, der Parque Provincial Aconcagua ist tatsächlich auch ein Condor-Schutzgebiet. Auch wieder krass.
In einem Gebirgsbach, geschätzte 1,5km ab dem Parkplatz, liegt ein riesiger, von einem Berg abgebrochener Stein. Er wiegt sicher 1000 Tonnen und mehr. Doppelt-Krass. 😳
Inca Bridge
Knapp 4 Kilometer vom Parque Provincial Aconcagua entfernt, liegt an der RN7 die Inca Bridge. Wir finden, ein kleiner Halt lohnt sich. Der Anblick ist… Man ahnt es… Krass! 😄
Eine Rückfahrt im Eifel-Style
Wer noch nie mit einem Eifler durch die Eifel gefahren ist, hat entweder Glück oder etwas verpasst – je nach mentaler Belastbarkeit. 😅
Auf dem Rückweg über die RN7 geraten wir nach circa 16 Kilometer in einen Stau, weil die örtliche Polizei scheinbar langeweile hat und ein paar Fahrzeuge kontrollieren will. So weit, so okay, nur leider bildet sich dadurch eine ewig lange Kolonne aus LKW und PKW, in der man feststeckt, wenn vorne unglücklicherweise einer dieser Seelenverkäufer fährt. Und genau so ist es bei uns. 😩
Wie auch immer – eine halbe Stunde später ist die hübscheste Pappnase um 10 Jahre gealtert und die lange Pappnase hat es geschafft, die unendlich lange Kolonne Stück für Stück zu überholen. Eifler eben. 😁 Um 20:30 Uhr – kurz vor Sonnenuntergang – haben wir die Andenstraße wie geplant hinter uns gebracht.
Sollte uns die kleine Pappnase mal fragen, was sie unbedingt mal erleben sollte, werden wir ihr sicher diesen Tripp empfehlen. Man nimmt Eindrücke mit, die man wohl nie mehr vergisst.