Der heutige Tag beginnt etwas holprig und sollte im Laufe des Tages noch holpriger werden (zumindet für andere), denn noch in Agra rammt uns ein Traktor, dem wir wohl irgenwie im Weg waren. 😅
Wir geben unserem über das Hotel bestellten Fahrer das Erste unserer für heute auf dem Plan stehenden Ziele an – den Sri Sri Krishna Tempel in Vrindavan, doch leider fährt er zielsicher ein falsches Ziel an. 😅
Als wir das Missverständnis aufklären, stellen wir fest, dass wir unseren Plan ändern müssen, weil der Sri Sri Krishna Tempel nach Aussage unseres Fahhrers in wenigen Minuten schließt und erst um 16:30 Uhr wieder öffnet. Kleiner Spoiler: Als wir um 16:38 Uhr, also nur 8 Minuten nach der angeblichen Öffnungszeit dort ankommen, ist bereits soviel Leben im Tempel, dass wir bezweifeln, dass er erst vor 8 Minuten geöffnet hat.
Kusum Sarovar, Govardhan
Also beginnen wir an unserem eigentlich letzten Ziel, dem Kusum Sarovar, Govardhan. Niedlich sind die gechillten Affen. Besonders die zwei, die man noch rechts im Foto knapp sieht. Sie lehnen sich in Richtung einer Säule und sehen so aus, als beten sie andächtig. 😄
Wir treffen eine junge Familie und kommen ins Gespräch. Sehr viele Inder sprechen ein sehr gutes Englisch, auch wenn die Aussprache manchmal etwas schwierig zu verstehen ist – zumindest für die große Pappnase, die kleine Pappnase hat damit weniger Probleme. 😆 Es fühlt sich immer komisch an, aber sie wollen ein paar Fotos mit uns machen. Süß. 😅
Als wir uns auf den Weg zum nächsten Ziel machen, folgt die Fortsetzung von „holprig“, diesmal allerdings mehr für andere. Als unser Fahrer nämlich rechts abbiegt, kommen von vorne zwei Tuk-Tuk. Das eine Tuk-Tuk schafft es gerade noch, links an uns vorbeizufahren, das andere weicht nach rechts aus und springt – wie ein wildes Rodeopferd – erst durch den Bordstein in die Luft, um dann kurz nach der Landung auf dem unebenen Untergrund von links nach rechts geworfen zu werden. Die junge Passagierin wird fast hinausgeschleudert und wirkt – als des Tuk-Tuk an einem Baum zu stehen kommt, ein wenig verwirrt. 😏
Wegen solcher „Kleinigkeiten“ macht man in Indien kein großes Aufheben. Einmal kurz die Scheibe runter, kurzer Wortwechsel, weiter geht’s.
Maa Vaishno Devi Statue
Die Maa Vaishno Devi Statue(n) sind mit ihren über 40 Metern Höhe schon von weitem zu sehen. Am Eingang dämmert uns schon übles – werden wir HIER unsere Schuhe ausziehen müssen? Und tatsächlich, wir müssen. 😆 Nicht dass wir grundsätzlich ein Problem damit hätten, aber der feuchte Teppich, der hier auslag und als Weg dient, riecht derart nach Schweissfuß, dass es schon fies ist. PRO-TIPP: Immer ein paar Tempel-Socken dabei haben! 😅
Noch am Eingang treffen wir Mrigank Bly einen freundlichen Inder, der uns die Sache mit den Schliessfächern erklärt, doch da hatten wir bereits unser Taxi zum Eingang bestellt, wo wir unsere Osmo Action und die Schuhe lagern wollen. Die Statuen sind riesig. kein Wunder, wenn man bedenkt, dass durchschnittliche Kirchtürme in Deutschland auf 30 Meter Höhe kommen. Wir finden, der Besuch hier lohnt sich, trotz des Stinke=Teppichs.😅
Sri Sri Krishna Balaram Mandir (Harry Krishna Tempel 😋)
Der Sri Sri Krishna Balaram Mandir Hare Krishna Tempel liegt eigentlich nur ein paar Kilometer die Straße weiter, doch wir sagen unserem Fahrer zunächst spontan, dass er uns zum Hotel bringen kann. Nach ein paar Minuten im klimatisierten PKW bekommen wir aber doch wieder Lust, uns auch den letzten Punkt auf unserer heutigen Bucketlist anzuschauen. Gut, denkt man sich jetzt, kein Problem, ein U-Turn, einmal rechts abbiegen und – ZACK – ist man wieder auf dem Weg. Aber so einfach ist das hier scheinbar nicht. Denn irgendwie scheint sich unser Fahrer – dem Navigationssystem sklavisch folgend – immer weiter Richtung Norden leiten zu lassen. Na gut, denken wir, vielleicht kennt er einen Schleichweg zum Harry Krishna – Tempel. Als er dann komplett vom Weg abzukommen scheint und anstatt nach Osten in Richtung Westen fährt, greifen wir ein. Eine Intelligenzbestie scheint unser Fahrer nicht zu sein, egal wie nett er ist.
Kurz vorm Krishna-Tempel stecken wir fest. Vor uns ein Polizist (oder what ever) mit einer Straßensperre, hinter uns 2 Trilliarden hupende Autos, Tuk-Tuk und Motorräder und nix geht mehr. 😅 Nach einer Zeit löst sich das Drama auf, weil der Polizist (oder what ever) wohl bemerkt, dass seine Straßensperre kontraproduktiv ist.
Der Krishna-Tempel ist klasse! 😃 Und damit meinen wir nicht nur die Architektur, sondern vor allem die Stimmung. Hammer. Eine Energie, die ansteckt. Überall Gesänge und tanzende Menschen, dazu die für Indien typischen, wunderschönen bunten Kleider der Frauen. Und wieder mal waren wir irgendwie die einzigen westlich aussehenden Besucher. Wieso „irgendwie“? Weil eine Familie, die uns Angesprochen hat, zwar mittlerweile in Schottland lebt, aber in Indien geboren wurde und die kleine Gruppe junger Frauen, die uns ebenfalls ansprach und nachdem sie wussten dass wir aus Deutschland kommen, auf Deutsch erklärten, dass sie früher in Düsseldorf und jetzt in den USA leben.
Als wir den Hare Krishna – Tempel verlassen, sind wir froh, ihn doch noch besucht zu haben. Ein ganz klares MUST SEE!
Wieder zurück in Agra wurde es nochmal holprig. Ein Motorrad-Fahrer mit Frau auf dem Sozius, will uns – für Indien nix unnormales – links zwischen einer Betonmauer und unserem Auto überholen und verliert nach einer Berührung mit unserem Taxi erst die Kontrolle übers Motorad und dann seine Sozius-Frau, denn die steigt dabei ziemlich unsanft ab. 😆 Glücklicherweise hat auch sie sich nicht viel getan und mit ein paar Abschürfungen und Prellungen muss man im indischen Verkehr eh umgehen können. Zum Glück sind wir kurze Zeit später schon zurück im Hotel. Weiß der Geier, was sonst noch hätte passieren können. Der Tag war auch so schon Abenteuer genug. 😅
PRO-TIPP: Immer ein paar Tempel-Socken dabei haben! 😅