Australien – Tag 42
Roadtrip Tag 29, Phillip Island -> Eden
Wir besuchen noch kurz den Farmers Market auf Churchill Island, nur ein paar Minuten von San Remo entfernt – mal so ein bisschen Insel-Lifestyle schnuppern, bevor wir weiterfahren in Richtung Ostküste und Sydney. Unser Roadtrip geht langsam zu Ende, nur noch knapp 1000 Kilometer. Für australische Verhältnisse ist das nur ein Katzensprung. 😅
Farmers Market Churchill Island
Phillip Island ist wirklich sehr sehr schön. Uns gefällt es hier sehr gut. Es hat ein bisschen was von der malerischen Chesapeake Bay in den US-Bundesstaaten Maryland und Virginia. Und SO RICHTIG klasse ist der Farmers Market auf dem kleinen Inselchen Churchill Island! 😃
Schon die Anfahrt ist ein Traum. Wenn man hier in der Nähe ist und zufällig der erste Samstag im Monat sein sollte, dann darf man den Farmers Market auf Churchill Island auf keinen Fall verpassen.
Stony Creek Trestle Bridge
Auf dem Weg nach Eden, dem kleinen Ort an der Ostküste von Australien – wo wir die Nacht verbringen wollen -, liegt 314 Kilometer entfernt die Stony Creek Trestle Bridge. Die 1916 erbaute Holzbrücke überspannt mit 276 Metern Länge und 19 Metern Höhe den Stony Creek. Die Brücke wurde bei einem großen Buschfeuer im Jahr 1980 beschädigt und ist heute nicht mehr in Gebrauch. Wir zollen den Zugführern höchsten Respekt, die sich damals getraut haben, mit ihren schweren Zügen die Holzkonstruktion zu überqueren. 😅
Nowa Nowa
Nowa Nowa bedeutet in der Sprache der Aboriginies soviel wie „Zusammenfluss der Gewässer“ und ist ein kleiner Ort nahe der Stony Creek Trestle Bridge. Bei der letzen Volkszählung hatte der Ort 199 Einwohner. 😄 Und irgendwie merkt man auch, dass das hier ein kleines, uriges, verschlafenes Nest ist – zumindest jetzt, in der Nebensaison. Im Mingling Waters halten wir an und wollen etwas trinken und essen. Das Restaurant sieht gemütlich aus und man kann im Aussenbereich schön in der Sonne sitzen. Sonne geht ja immer. 😊 Als wir das Mingling Waters betreten, sehen wir genau drei Leute. Zwei Gäste, die vor ihrem Bier sitzend, gelangweilt auf ihr Handy glotzen und die Blondine hinter der Bar, die einen Fanschal tragend, gespannt das Rugby-Spiel auf dem großen LCD-Screen an der Wand des Restaurants verfolgt. Wir erschüttern die romantische Dreisamkeit mit einem „Hello“ und als die hübscheste Pappnase gerade nach der an der Bar liegenden Speisekarte greifen möchte, stoppt uns die Fan-Blondine mit einem: „Sorry, the kitchen is unfortunately closed today“. Während sie uns das sagt, fixiert eines ihrer Augen weiterhin die Glotze. Sie ist sehr freundlich, aber wir kommen uns irgendwie wie ein Störkörper vor. Wir fragen sie, ob wir draußen unsere Sandwiches essen dürfen, wenn wir Getränke bestellen. Euphorisch nickt sie mit dem Fanschal-Kopf und ruft uns ein: „Of course!“ entgegen – vermutlich ist sie glücklich, dass wir draußen sitzend die romantische Dreisamkeit nicht weiter stören können. 😂
Nicht weit vom Mingling Waters liegt der General Store & LPO, eine Post-Anglerzubehör-Kinderbekleidungs-Supermarkt-Souvenirshop-Tankstelle. 😄 Während die große Pappnase noch das Auto betankt, geht die hübscheste Pappnase schonmal in die „Tankstelle“, um zu zahlen. Als sie wieder zurückkommt, lacht sie und berichtet begeistert, dass die „Tankstelle“ weit mehr als das ist. Man kann hier wirklich alles kaufen, was man im Alltag so braucht – inklusive Souveniers für verirrte Reisende. Herrlich. 😄
Fun Fact: Auf dem Weg zur Stony Creek Trestle Bridge zeigt und Google Maps an, dass mehr Besucher als gewöhnlich dort seien – als wir 3 Minuten später dort ankamen, waren wir alleine dort. 😂
Einmal blasen bitte!
Okay, es wird jetzt weit weniger schlüpfrig, als die Überschrift vermuten lässt! Keine Sorge! 😅
Wir haben jetzt noch 223 Kilometer vor uns. Eigentlich easy, denn Australien ist ein Autofahrer-Paradies. Man wird von nichts gestört – weder von anderen Autofahrern (es gibt hier ja kaum Einwohner), noch von Ampeln, sogar lästige Polizisten sieht man hier so gut wie gar nicht. Wir haben auf unserem nun schon mehr als 10.000 Kilometer währenden Trip vielleicht eine handvoll Polizisten gesehen. Wir haben also kaum etwas zu befürchten, wenn wir die vom Navigationsgerät vorausgesagte Fahrtzeit um mehr als eine halbe Stunde unterbieten. 😋 Doch ausgerechnet heute stehen plötzlich, hinter einer Kurve, mitten auf der Straße zwei offensichtlich gelangweilte Cops und wedeln uns fröhlich mit einem gelben Ding entgegen. Zum Glück haben wir die blinkenden Warnlichter des Polizeiwagens durch die Bäume blitzen sehen, sonst wäre der Alkoholtest wohl nicht so lustig vonstatten gegangen. 😅 Irgendwie hatte das Ganze etwas von einem Boxenstopp bei einem Formel 1 – Rennen, nur werden uns weder die Fliegen von der Scheibe gekratzt, noch die Reifen gewechselt – die große Pappnase darf einmal blasen, wir werden gefragt ob wir Holländer sind (Frechheit 😂) und fahren dann brav und (bis wir außer Hör- und Sichtweite sind) langsam weiter.
Warum wir an dem frühen Abend vermutlich den Geschwindigkeitsrekord auf der wunderschönen Strecke gebrochen haben? Wir wollen – bevor es dämmert – das Waldgebiet verlassen haben, in dem man eventuell über die Straße hoppelnde Känguruhs nicht rechtzeitig erkennt. 🥹 Die meisten Tiere in Australien verbringen den Tag nämlich im Schatten und werden erst mit Einbruch der Dämmerung aktiv.
Coast Motel Eden
Unser Plan geht auch fast auf. Die letzte viertel Stunde fahren wir mit knapp 80 km/h Richtung Eden. Die Sonne ist untergegangen und wir möchten keines der süßen Tierchen verletzen. Das Coast Motel Eden macht einen hervorragenden ersten Eindruck und es ist schnell klar, dass das von der hübschesten Pappnase ausgewählte Motel einen Hotel-Tipp wert ist.