Balat und (k)ein Feuerwerk
Oder: Klassischer Fall von denkste!
Der Tag in Kurzform: Laufen laufen laufen, trinken, laufen, trinken, laufen, essen, essen & trinken, kein Feuerwerk gucken, schlafen. 😅
NATÜRLICH beginnt der Tag mit einem tollen Frühstück im Hotel. Die zwei Engel (ich mag sie gar nicht Kellner nennen) vom Frühstücks-Service sind nicht nur sehr aufmerksam, sondern auch wahnsinnig lieb. Memo an uns selbst: In Zukunft IMMER die Namen aufschreiben! Heute brachten sie uns Spiegeleier in der Pfanne zum Tisch – ungefragt! 😍
Unser 1. Ziel ist Balat, ein Stadteil Istanbuls, der durch seine bunten Häuser und – typisch für Istanbul – vielen steilen Straßen bekannt ist. In Balat lebten früher hauptsächlich Juden, die 1948 nach der Besetzung Palästinas, nach Israel gingen. Also ein Stadtteil, wie gemacht für uns Nazis.* 😜 Erwähnenswert ist auch der „Medusa Vintage Market“ – ein wirklich schönes Geschäft, wo man vor allem historische Plakate, Fotos, LPs und Zeitschriften kaufen kann. Daß Balat mal ein jüdisches Viertel war, sieht man daran, dass die sehr freundliche Inhaberin zwei Fotos/Zeitungscover von Adolf Hitler an der Wand hängen hat… 😅 An diesem Wochenende wird in der Türkei der 100. Gründungstag der Republik Türkei gefeiert. Überall hängen Fahnen und einige Gebäude werden besonders beleuchtet. Als wir uns im Café Hanimali mit einem wahnsinnig leckeren, frisch gepressten Saft von der Balat-Besteigung erholen und das bunte Treiben geniessen, fährt ein VW Käfer – Autokorso an uns vorbei. Sehr geil. 😍 Der Besitzer des Cafés erzählt uns, dass heute Abend ein Feuerwerk an der Bosporus-Brücke stattfinden soll. Auch geil – wir lieben Feuerwerk! 😍
Wir machen uns wieder auf den Weg in den Stadtteil „Eminönü“. Aufgrund der Feierlichkeiten zieht es viele Menschen in die Stadt und entsprechend voll ist die Straßenbahn. Heringe in der Dose reisen bequemer. 😅 Nach den gefühlt 50 Grad in der Straßenbahn müssen wir was trinken. Da kommt das „Yanık Köşk Restaurant“ mit seiner Dachterrasse und der Aussicht übers Goldene Horn wie gerufen. 200 Meter weiter liegt ein wenig versteckt das „Kuveloğlu Han da Tarihi Pide Fırını“ – oder so. 😅 Touristen verirren sich hierher eher selten und dementsprechend urig ist das Ambiente. Sehr leckere Pide und definitiv ein Besuch wert! Am Abend schlendern wir durch den Gülhane Park zum Aussichtspunkt im Sarayburnu Park, wo wir das Feuerwerk schauen wollen, entschließen uns aufgrund des frischen Windes dazu, in unserem Lieblings-Restaurant eine Kleinigkeit zu essen und im Anschluss auf der Dachterrasse unseres Hotels das Feuerwerk anzuschauen. DUMMERWEISE versteht der Türke unter „Feuerwerk“ wohl etwas anderes als wir, denn das „Feuerwerk“ war unbemerkt an uns vorbeigegangen, weil es mehr eine geräuschlose, politisch korrekte Version eines Feuerwerks mit Drohnen- und Laser-Gedöns war. Doof. 🤪
Medusa Vintage Market
Klasse historische Poster.
Tarihi Pide Fırını
Lecker Essen aus einem 400 Jahre alten Ofen, in dem schon für die Sultane gebacken wurde.
Hasırcılar Cade
Wuselige Marktstraße