Zwischen Hagia Sophia und Galataturm
Platte Füße und gefühlte 3000 Höhenmeter 😅
An die Hagia Sophia haben wir uns strategisch herangepirscht. Wir haben sie in den vergangenen vier Tagen regelrecht umkreist. Die lange Besucherschlange hat uns bis heute abgeschreckt. Auch heute reicht die Schlange wieder über 240 Meter weit bis vors Café Turing. Nutzt ja nix, es sind wieder 25 Grad, die Sonne scheint – das perfekte Wetter um ein bisschen Schlange zu stehen. 😄 Übrigens: Das Café Turing hat einen sehr schönen, romantischen Innenhof. Wir haben es dummerweise nicht besucht, die größte Pappnase hat aber einen Blick geworfen, während wir in der Schlange davor stehen.
Überraschenderweise geht es flott voran und nach ca. 20 Minuten waren wir schon in der Moschee. Also Schuhe ausziehen, Kopftuch für Ayshe aka die hübscheste Pappnase anziehen und schon stehen wir unter der 32 Meter durchmessenden, berühmten Kuppel der Hagia Sophia. Die Kirche, die heute wieder als Moschee genutzt wird, ist beeindruckend – trotz der vielen Besucher. Pro-Tipp (auf den wir leider erst kommen, als wir schon drin sind): Ein paar Socken zum Drüberziehen mitbringen! Der Boden müffelt schon deutlich… 😝
Von der Hagia Sophia gehen wir nochmal zum großen Basar, um die zurückgelegte Aussteuer-Lampe für die kleinste, abtrünnige Pappnase abzuholen. Im Basar kaufen wir auch Tee und machen uns anschliessend auf den Weg runter zum Ägypten-Basar, auch Gewürzbasar genannt. Die Gerüche im Gewürzbasar sind ein Fest für die Sinne. Hier kaufen wir auch Souvenirs in Form von Baklava, das wir in den letzten Tagen so liebgewonnen haben.
Nachdem wir die Einkäufe ins Hotel gebracht haben, fahren wir mit der Bahn über die Galatabrücke in den Stadtteil Beyoğlu und laufen dann über einen für Istanbul typischen steilen Anstieg hoch zum Viertel rund um den Galataturm. Auch hier fasziniert uns wieder das wuselige, bunte Leben der Stadt. Viele junge Menschen sitzen in Cafés und Restaurants, überall duftet es, überall wird Musik gespielt. Wir schlendern durch die Gassen und möchten auf die Dachterrasse des „Barnathan“, einem Restaurant mit Rundumsicht über Istanbul von der Bosporusbrücke bis übers Goldene Horn bis auf die Altstadt. Leider ist die Aussicht um Klassen besser als der Service im „Barnathan“. Nachdem wir die ersten 15 Minuten an einem Tisch in der Mitte der Dachterrasse sitzen und das Personal uns keine Beachtung schenkt, setzen wir uns an einen freigewordenen, ruhigeren Tisch am Rand. Plötzlich kümmert sich eine aufgestylte, hippe Tussi-Kellnerin um uns. Allerdings nicht, weil sie uns bedienen möchte, sondern um uns mitzuteilen dass der Tisch urplötzlich belegt sein soll – sprach sie und stellte ein „Reserviert“ – Schildchen auf den Tisch. Wir fragen die aufgebretzelte Tussi-Kellnerin, ob sie noch ganz sauber tickt und machen ihr klar, dass wir uns leicht verarscht vorkommen. Weil mittlerweile seit unserer Ankunft schon eine halbe Stunde vergangen war, wir noch immer keine Getränke, aber ein paar tolle Fotos/Videos hatten und uns dieser Schicki-Micki-Instagram-Spot gewaltig auf die Pappnasen geht, haben wir uns entschlossen, unser Geld woanders auszugeben.
Das Guney Restaurant scheint ein toller Ort zu sein, um Geld gegen essen zu tauschen. Wir sitzen unmittelbar am Galataturm und können die Lightshow aus der ersten Reihe bestaunen. Man sitzt zwar sehr eng, aber irgendwie passt das zu diesem lauen Sommerabend Ende Oktober.
Auf dem Weg zurück zum Hotel schlendern wir durch die engen Gässchen den Berg hinunter. Im „Neon Shop“ zieht uns ein Bitcoin Neon-Licht magisch in den Laden und auf der Galatabrücke stehen selbst am Abend noch die berühmten Angler. Istanbul erinnert uns mit seinem Treiben irgendwie an New York – und das nicht nur, weil wir auch hier jeden Tag mindestens 13 Kilometer laufen.
Dieser Abend wird der erste und einzige Tag sein, den wir nicht bei Sükrü, in unserem Lieblings-Restaurant ausklingen lassen.
Cafe Turing
Schönes Cafe
Ägyptenbasar
Gewürzbasar
Barnathan Istanbul
Scheiß Rooftop-Restaurant mit toller Aussicht