Happy Birthday, du Pappnase! 😘
Die hübscheste Pappnase feiert auf zwei Kontinenten.
Der Tag beginnt mit einem tollen Frühstück auf unserem Lieblingsplatz, am offenen Fenster, mit Blick über den Hafen von Istanbul und Aziz, der Hotel-Möwe. Das Frühstück im Hotel ist überhaupt so gut, dass selbst die größte Pappnase, die ursprünglich in den unzähligen Restaurants Istanbuls frühstücken wollte, um sich (Zitat) „einmal quer durch die leckere türkische Küche zu fressen“ widerstandslos im Hotel frühstückte. Das Frühstück ist sogar so gut, dass die hübscheste Pappnase und Starbucks-Kaffee-Junkie, während der gesamten Woche nichtmal auf die Idee kommt, einen Kaffee im nahegelegenen Starbucks zu trinken. 😳
Nach dem Frühstück geht es zur „Cisterna Basilica“ oder romantischer, zum: „Versunkenen Palast“, dem berühmtesten unterirdischen Wasserspeicher Istanbuls. Wir haben eine Führung gebucht, um an der ewig langen Warteschlange vorbeizukommen. Der Plan ist, sich so schnell wie möglich von der Führung auszuklinken und die Zisterne auf eigene Faust zu erkunden. Wir treffen unseren Führer am Sultan Ahmed Park, in der Nähe des Springbrunnens zwischen Hagia Sophia und Blauer Moschee. Wider Erwarten besteht die Gruppe aus nur 5 Personen – inklusive uns und dem Führer. Zudem ist der Führer sympathisch und der Deutsche hat ja ein Faible für Führer, daher hören wir uns seine interessanten Geschichten zum Versunkenen Palast bis zum Schluss an. Die Zisterne ist extrem faszinierend und ein unbedingtes Must-See.
Bevor wir uns über die Yerebatan Cadde auf den Weg zum Großen Basar machen, setzen wir uns noch gegenüber der Cisterna Basilica ins „Green Corner“ und atmen ein wenig Atmosphäre und ein paar Drinks ein.
Kurz vor dem Eingang zum Großen Basar lächelt uns an der Fassade von „Sirius Coin“ ein Bitcoin Logo an und im Schaufenster lag einige vergoldete, physische Bitcoin-Münzen. So eine wollte die größte Pappnase schon immer haben, also nix wie rein in den Laden! br> Erstaunlicherweise konnten wir die Münze nicht mit Bitcoin bezahlen (😳), weil durch die hohe Inflation viele Türken in Bitcoin fliehen (kurz zuvor hat Bitcoin in der Türkei ein neues ATH erreicht) und Erdogan ein offizielles Verbot für Zahlungen mit Bitcoin ausgesprochen hat. Wer’s glaubt, wird selig – als würden sich die Türken an so ein Verbot halten! 😅 br> Immerhin hat er uns zusätzlich zur offiziell gekauften Münze noch eine dazu geschenkt.
Kaum sind wir im Basar, werden wir auch schon vom ersten Händler angesprochen. Und das sogar in perfektem Deutsch. Der Händler hat mal in Deutschland gelebt und nach ein paar Minuten nettem Smalltalk über die Lage in Deutschland, wo er sich erstaunlich informiert zeigt, führt er uns in (s)ein Ledergeschäft. Herrlich. So muss das im Basar. 😅 Man muss den Türken dabei aber lassen, dass sie nie so aufdringlich oder unfreundlich werden, wie z.B. die Ägypter.
Ein paar Meter weiter stolpern wir über ein Lampen-Geschäft, wo wir ein Mitbringsel für die jüngste, daheimgebliebene Pappnase aussuchen wollen. Und ehe wir uns versehen, werden wir in ein Geschäft direkt ausserhalb des Großen Basars verschleppt, wo wir nach einem bisschen Smalltalk über Bitcoin eine Lampe aussuchen und zurücklegen lassen.
Weiter geht es zunächst quer durch den Basar und dann über die engen, wuseligen Gassen der Altstadt, bergab in Richtung Galata Brücke und den Hafen zum Fähranleger in Karaköy, denn wenn man seinen Geburtstag schon in einer der wenigen Städte der Welt feiert, die auf zwei Kontinenten liegt, muss man das auch ausnutzen und seinen Geburtstag interkontinental feiern, richtig?
Am Fähranleger in Karaköy besuchen wir das Restaurant „Odessa“, wo wir am Balkon etwas essen und die Aussicht über den Hafen auf das goldene Horn, den Bosporus und die Altstadt von Istanbul, dem ehemaligen Konstantinopel genießen.
In Europa auf den Geburtstag anstossen: ✅
Gut dass wir uns gestärkt haben, denn weiter geht es mit der Fähre über den Bosporus nach Kadiköy, auf den asiatischen Teil Istanbuls. Leider steckt der Teufel im Detail und der Ticket-Kauf entpuppt sich als gar nicht so einfach – vor allem, weil die nächste Fähre naht und weit und breit nur Ticket-Automaten stehen. Ein netter Türke wittert seine Chance, mit ein paar ratlosen Touristen einen schnellen Euro zu machen. Na gut, er hat uns sicher zwar mindestens den 2- bis 3-fachen Preis abgezogen, aber wir hatten schnell und relativ problemlos ein paar Tickets. Win-win oder so. 😅
In Kadiköy setzen wir uns direkt am Fähranleger in ein Restaurant mit Dachterrasse und Aussicht auf den schönen Sonnenuntergang und Blick auf den jenseits des Bosporus liegenden, europäischen Teil Istanbuls. Wobei „Restaurant “ eigentlich stark übertrieben ist. Es ist mehr so eines dieser hippen, veganen Was-Auch-Immer im Starbucks-Stil, wo die Getränke trendy Namen haben, die Speisen höchstens Snacks sind und Barzahlung ein Fremdwort ist. 😄 Das soll keine Kritik sein, Istanbul ist eine junge, moderne Stadt, aber manchmal ist ein bisschen mehr altmodisch auch schön, oder? Auf jeden Fall gibt es in dem jungen, hippen, veganen Was-Auch-Immer keinen Sekt, Champagner oder wenigstens Bier mit dem man anstossen kann. Also stossen wir mit Wasser an. Aus der Flasche. Einer Plastik-Flasche – aber ganz sicher vegan! 😆
In Asien auf den Geburtstag anstossen: ✅
Vom angesagten Stadteil Kadiköy sehen wir nichts. Wir sind ein wenig müde. Und die Füße sind schon platt gelaufen. Die vielen Hügel fordern ihren Tribut. Wir haben ja eine Woche Zeit. Wir können ja nochmal herkommen. Zu dem Zeitpunkt ist uns noch nicht so ganz bewusst, wieviel es in Istanbul zu entdecken gibt. Istanbul ist so groß und abwechslungsreich, dass man schon für den europäischen Teil locker eine Woche einplanen kann. DAS ist ganz sicher eine der Lehren unseres Trips.
😅
Also steigen wir in die nächste Fähre zurück nach Karaköy. Diesmal fahren wir allerdings unter der Galatabrücke her und legen zunächst in Karaköy-Turyol an, bevor es über das Goldene Horn rüber zum Fähranleger Eminönü geht. Die Beine werden immer schwerer und wir sind froh, als wir im Restaurant Lotus ankommen, um den Tag bei ein paar Drinks und sensationell leckerem Baklava ausklingen zu lassen.