Unser erstes Ziel ist eines der Wahrzeichen von Buenos Aires – der Obelisk auf der Avenue 9 de Julio. Kurz haben wir auch über die geführte Tour Nazis in Buenos Aires nachgedacht. Aber eine große, blonde, blauäugige Pappnase auf einer Nazi-Führung war uns dann doch zu klischeebehaftet. 😋
Nachdem wir das obligatorische Pappnasen-Foto gemacht haben, pappen wir noch schnell unseren Sticker auf eine nahegelegene Laterne und frühstücken mit Aussicht auf die wuselige Atmosphäre rund um den Obelisken im Tostado Café Club. Bisher haben wir noch nicht so richtig realisiert, dass wir tatsächlich in Buenos Aires sind. Ab dem Moment, wo wir dort sitzen, hat es „Klick“ gemacht. Mein lieber Scholli, wir sind in Buenos Aires! 🥳
Mit dem Bus fahren wir nach La Boca, dem Stadtviertel, dass nicht nur für seine bunten Häuser bekannt ist, sondern auch für Diego Armando Maradona und den Club Atlético Boca Juniors (kurz CABJ), der Fussballverein mit dem legendären Fussballstadion La Bombonera. Laut Maradona war und ist der CABJ „sein“ Fußballverein. So ist es logisch, dass hier im Jahr 2001 sein Abschiedsspiel stattfand.
Uns hat La Boca sehr sehr gut gefallen. Das pralle Leben und viele Ecken, die es zu entdecken gilt. Besonders gut hat uns das Restaurant El Gran Paraiso gefallen. Die Atmosphäre ist klasse. Man weiß gar nicht, wohin man schauen soll. Schon am Eingang laufen die Sinne Amok, weil man vorbei an mehreren Grills mit duftendem Fleisch und einem Berg aus Grillkohle in den Innenhof des mit einem Biergarten vergleichbaren Restaurants gelangt. Ein echter Tipp und mindestens eine 9 im inoffiziellen Pappnasen-Ranking. Dass uns ein Kellner von zwei verfügbaren Sorten Wasser das teurere San Pellegrino brachte, schmälert das Erlebnis kein bisschen. Wir haben es mit einem Lächeln und einem freundlichen Hinweis abgetan. Hey – wir sind in Buenos Aires!
Auf einer Bank unter einem Baum im Patio Quinquela setzten wir uns zu Itay, einem 21-Jährigen Israeli, der gerade seinen Wehrdienst beendet hat und nun erstmal Amerika erkunden will – Itay ist uns auf Anhieb sympathisch – auch, weil er das Simpsons-Duff-Bier trinkt. 😄 Wir quatschen eine halbe Stunde über Gott und die Welt, dann trennen sich unsere Wege. Vielleicht treffen wir uns wieder, denn zwei seiner nächsten Ziele stehen auch auf unserer Bucket-List.
Von La Boca aus wollen wir zurück zum Plaza del Mayo, einm sehr schönen Platz mit Springbrunnen und schattenspendenden Bäumen, umrahmt von den vielen, für Buenos Aires typischen Häusern im Kolonial-Stil. Spontan steigen wir aber schon zwei Stationen früher aus, um uns das neue und moderne Hafengebiet an der fotogenen Brücke Puente de la Mujer anzuschauen. Irgendwie müssen wir an den Rheinau-Hafen in Köln denken, auch wenn der Rheinau-Hafen im direkten Vergleich natürlich klar verliert. 😆
Die 650 Meter bis zum Plaza del Mayo gehen wir zu Fuß und nehmen später einen Bus in „unser“ Viertel, um im nahegelegenen El Poblado Bar Colombiano noch ein paar Drinks zu nehmen und eine Kleinigkeit zu essen. Sagten wir schon, dass wir das pralle Leben in Buenos Aires lieben?