Ein fast unbeachtetes Viertel, noch eine Zisterne…
... und ein wirbelnder Derwisch
Der vorletzte Tag bricht an und wir haben schon ein bisschen den Blues. (Erwähnten wir schon, wie gut uns Istanbul gefällt? 😋) Östlich einer gedachten Linie zwischen Blauer Moschee und Hagia Sophia, bis runter zum Bosporus liegt ein kleines, irgendwie verschlafen wirkendes Viertel Istanbuls. Man hat das Gefühl, für viele endet die Altstadt Istanbuls jenseits der beiden Touristen-Magnete. Eigentlich sind wir auf dem Weg zur Theodosius-Zisterne, aber irgendwie wollen wir wissen, was hinter dieser imaginären Linie liegt und unsere Neugierde wird belohnt. Wir haben plötzlich das Gefühl, im alten Istanbul gelandet zu sein, das von den Touristenmassen wie durch ein Wunder ignoriert wird.
Wir laufen die Tavukhane Sokak hinunter, eine kleine Straße mit bunten Holzhäusern und landen an ihrem Ende am Eingang zum für uns schönsten Basar Istanbuls – den Arasta Bazaar. Open Air. Ruhig. Authentisch. Einfach schön. Wir beschließen, am Abend wieder herzukommen, um einen Derwisch tanzen zu sehen – hey, was wäre ein Istanbul-Besuch ohne Derwisch? (…denken wir zu dem Zeitpunkt noch 😆)
Die Theodosius-Zisterne ist ein wenig kleiner und weniger bekannt, als ihr großer Bruder, der versunkene Palast, allerdings hat die Theodosius-Zisterne eine sehenswerte Lightshow, die sich unserer Meinung nach lohnt anzuschauen.
Auf dem urigen Rooftop vom „MyTerrace“ Restaurant nehmen wir ein paar Drinks, genießen die Atmosphäre, das Wetter und die Aussicht, bevor wir wieder zurück zum vergessenen Stadtteil Istanbuls und hinunter zum Bosporus spazieren, wo wir am Ufer sitzen und aufs Marmarameer in Richtung Prinzen Inseln schauen, die wir nicht geschafft haben, zu besuchen. Beim nächsten Mal dann…
Am späten Nachmittag haben wir im Meşale Restaurant im Arasta Bazaar noch eine Verabredung mit einem Derwisch. Man hat ja schon viel davon gehört und so waren wir gespannt, was uns erwartet. Und, was sollen wir sagen, wir waren heftig überrascht. Also SO langweilig haben wir uns das nicht vorgestellt! 😂 Okay, man muß zugeben, die Technik des Derwischs ist beeindruckend. Man muß es erstmal schaffen, nach bestimmt fünf minütigem Drehen auf der Stelle, am Ende nichtmal zu schwanken. Das war es aber auch schon. Ein Mann im Gewand dreht sich mit geschlossenen Augen fünf Minuten auf der Stelle. Kann man mal gesehen haben – muß aber nicht. Die Atmosphäre war trotzdem schön. NATÜRLICH lassen wir unseren letzten Abend bei den freundlichen Kellnern vom Restaurant Lotus und besonders bei Sükrü ausklingen.
Noch ein Memo zum Schluss: Beim Vorbeischlendern ist der größten Pappnase eine versteckte Zisterne aufgefallen, die unter einem Teppichgeschäft liegt und wohl auch nur durchs Teppichgeschäft erreichbar ist. Aussen hängt ein Plakat im Fenster, dass auf das Zisternen-Museum hinweist. Ist bestimmt ein Besuch wert. Schon weil es so versteckt ist. 😃