Gizeh, Ägypten
Tag 5
Abflugtag. Dafür, dass wir mit der Einstellung: „Oh Gott, Kairo – aber egal, man muss die Pyramiden mal live gesehen haben!“ hergekommen sind, fällt der Abschied jetzt doch einigermaßen schwer.
Unser Flieger startet um 18:30 Uhr. Zeit genug, um ein paar Dinge zu erledigen, bevor wir uns um 15 Uhr von Ishmam, unserem Taxifahrer abholen lassen.
Zunächst möchten wir nochmal zur Rooftop 7000, der Location, wo wir uns in den letzten Tagen so wohl gefühlt haben. Wir wollen bei einem letzten Frühstück noch einmal die Aussicht genießen.
Und wie wir jetzt bestätigen können, die Jungs können auch „Frühstück“. 😊
Das reichliche Buffet für umgerechnet 10 Euronen pro Person inkl. Orangen- und Hibiskussaft bis zum Abwinken ist richtig lecker. Die gewürzten und mit Käseraspeln überzogenen Kartoffelecken haben es uns besonders angetan. Es muss sich rumgesprochen haben, dass wir guten Service zu schätzen wissen und Aufmerksamkeit mit einem guten Bakschisch würdigen und so überschlagen sich die beiden Kellner förmlich auf eine sehr angenehme und freundliche Art zum Beispiel mit einem leckeren, Schokolade überzogenen Apfel und unlimited Eis für die Getränke. 😅
Kein Zweifel, das Rooftop 7000 ist eine dicke, fette Empfehlung!
Ein seltsamer Laden, ein Mexikaner in Gizeh & eine Lampe aus 1000 und eine Nacht
Traditionell bringen wir der kleinen Pappnase von unseren Reisen immer etwas mit. Natürlich darf das auch hier nicht fehlen. Traditionen bricht man nicht.
Direkt neben unserem Hotel/AirBnB Farag Mekkawy, befindet sich ein seltsamer Laden, der schon bei unserer Ankunft zunächst unsere Aufmerksamkeit auf sich zieht, dann beinahe die große Pappnase in einen ägyptischen Knast gebracht und Ishman, unserem Taxifahrer einen gewaltigen Anschiss eingebrockt hat. Klingt irre, is‘ aber so! 😅
Grund für das Chaos war eine – nein zwei – mexikanische Flaggen vor besagtem, seltsamen Laden. NATÜRLICH zückt die große Pappnase sofort die Action Cam (passender Name für die Situation), fährt die Autoscheibe hinunter und filmt die beiden Fahnen des seltsamen Ladens.
Das Problem: Direkt gegenüber, auf der anderen Straßenseite befindet sich angeblich ein Polizei-Irgendwas. Offensichtlich gut getarnt, weil wir es die gesamten Tage nie entdeckt haben. Wie auch immer, als die große Pappnase die Flaggen filmt, stehen wir schon in einem Sicherheitsbereich, in dem filmen und fotografieren AUS DEM AUTO HERAUS wohl verboten ist. (Wenn man über die den Gehweg geht, übrigens nicht. 🤪) Nun hat der typische Tourist ein Problem – er weiß sowas natürlich nicht und Schilder gibt es auch nicht.
So wundern wir uns schon sehr, als plötzlich ein komischer NPC , Polizist, Security-Affe ans Auto gestürmt kommt und die große Pappnase anschreit, dass er sofort die Action Cam ausmachen soll. Die große Pappnase fragt den Security-Brüllaffen natürlich, ob er Englisch spricht, weil die große Pappnase nicht versteht, warum plötzlich die Hölle losgebrochen ist. Der Security-Brüllaffe antwortet unwirsch „no!“.
Und gleichzeitig wird die große Pappnase jetzt auch aus dem Inneren des Autos von Ishman – unserem Taxifahrer – angepflaumt, der seinerseits von einem auf der Fahrerseite stehenden NPC, Polizist, Security-Affen rüde angegangen wird. 😅 Die große Pappnase will gerade fragen, was eigentlich los ist, als sich der Taxifutzi umdreht und ihm ein unfreundliches „NO COMMENT! NO COMMENT!“ entgegenzischt.
Kurz: Totales Chaos. Und das nur wegen zweier Flaggen vor einem seltsamen Laden.
Okay, soweit die Vorgeschichte des seltsamen Ladens. Natürlich wollen wir herausfinden, wieso ein Laden in Gizeh zwei mexikanische Flaggen am Eingang hängen hat. Der Angestellte erzählt uns, dass der Besitzer des seltsamen (Souvenir-)Ladens ein Mexikaner ist und er selbst einen Teil des Jahres in Mexiko City verbringt. Lustig. Da all das am ersten Tag passiert ist und wir erstmal noch keinen Kopf für Souvenirs haben, vertrösten wir den Angestellten auf unseren letzten Tag in Gizeh und der ist nunmal heute. Kurzes Ende für die lange Vorgeschichte: Wir entscheiden uns für einen Kühlschrankmagneten und eine Öllampe wie aus 1001 Nacht für die kleine Pappnase und einen Schlüsselanhänger mit Pyramide, den wir als Weihnachtsbaum-Schmuck umbasteln werden.
Noch zwei bis vier Anmerkungen zum Schluss. (Outtakes)
Eigentlich hatten wir ja vor, den Pizza Hut direkt gegenüber des Ost-/Sphinx-Gates zu besuchen, weil wir halt Pizza Hut-Pizza mit dem leckeren Käserand mögen und weil der Pizza Hut hier eine Dachterrase mit Aussicht hat. Nur hat es uns das Rooftop 7000 echt schwer gemacht, den Pizza Hut zu besuchen. 😅
Wir können die Geld-Automaten der National Bank Of Egypt empfehlen – zumindest wenn man via REVOLUT Karte Geld abheben möchte. Gebühren? Null. 👍
Bei MTP (Most Traveled People) belegen wir aktuell Rang #9371 in der Kategorie „World Heritage Sites“. 😅
Neben unserem AirBnB/Hotel und dem seltsamen, mexikanischem Laden befindet sich ein kleiner Kiosk, an dem sich die Preise auch ohne Handeln jedesmal nach unten bewegen, wenn man dort einkauft. Das ist wohl so eine Art automatischer Treue-Rabatt. 😂
Egal, darum geht es jetzt nicht. Es geht um eine Geschichte, die uns berührt hat. Ein kleiner Junge – vielleicht 10-12 Jahre alt – folgte uns am dritten Tag, als wir vom Ost-/Sphinx-Gate zum AirBnB/Hotel gingen. Er wollte uns unbedingt eine kleine Pyramide aus Plastik verkaufen. Wir hattten aber kein Interesse und die Pyramide war nichtmal sonderlich schön. Also folgte er uns hartnäckig aber freundlich und mit einer gewissen Verzweiflung in seinem Blick. Als wir in den Kiosk gingen, wartete er draußen und schaute vor allem die große Pappnase mit einem traurigen „gib mir doch bitte auch eine Kleinigkeit von deinem Geld ab“ – Blick an.
So gaben wir dem kleinen Jungen ein bisschen Geld und sagten ihm, dass er das Geld haben kann – ohne Pyramide, weil wir keinen Platz haben. Der kleine Junge freute sich und flitzte ganz schnell weg, damit wir uns das wohl nicht mehr überlegen können. 😂
Und dann kam das, warum wir die Geschichte erzählen: Der Inhaber des kleinen Kiosks beobachtete die ganze Geschichte natürlich – sie spielte sich ja nur zwei Meter vor seiner Nase ab – und fragte uns nachher, woher wir kämen. Wir sagten „Deutschland“ und er erwiderte: „Natürlich!“ und lächelte dabei… ☺️
Pizza Hut | Abo El Hol Haram
(Dachterrasse mit Blick auf die Pyramiden)