Hawaii – O’ahu
Teil 3
Honolulu
Wenn man die typischen Fotos von Honolulu sieht, kann man sich nicht vorstellen, warum der Ort so positiv berühmt ist – so ging es uns zumindest. Die Betonwüste kann doch nicht schön sein?
Ist sie aber. Honolulu ist aber auch groß und zwar größer als wir dachten und natürlich hat eine große Stadt auch weniger schöne Gegenden, aber DAS Honolulu, an das die meisten Menschen denken, nämlich Waikiki und Waikiki Beach, ist echt schön. Oder cool. Oder interessant und erlebenswert – finden wir. Die vielen Palmen bzw. Pflanzen zwischen all dem Beton hat was. Honolulu hat was.
Wir konnten uns an der Aussicht von der SKY Waikiki Raw & Bar zumindest nicht satt sehen.
Pearl Harbor National Memorial
Das Pearl Harbor National Memorial ist harter Stoff – zumindest, wenn man kein NPC* ist. Es haben sich uns viele Fragen gestellt. Unweigerlich fragt man sich, ob Pearl Harbor wieder so ein mieses Manöver auf Kosten unschuldiger Menschen war, um politische Ziele umzusetzen, so wie es bei 9/11 war – aber DAS ist ja nur eine Verschwörungstheorie und damit wollen wir es mit dem Thema auch belassen – soll sich jeder seine eigene Meinung bilden.
The Seashore
Unser AirBnB im Apartment-Gebäude The Seashore hinterläßt einen fahlen Eindruck. Die Lage ist top, die Aussicht vom Balkon im 9. Stock faszinierend, aber der Rest ist mehr so „na ja“. Der Aufzug zeigt an, er befindet sich im 2. Stock, sogar noch, wenn er einen Augenblick später seine Türen im 9. Stock aufgleiten lässt. Auch zeigt er an, dass der linke Aufzug kommt, obwohl es tatsächlich der Rechte ist. 😅
Fällt das niemandem auf? Stört es niemanden? Wohl eher das Letztere. Es funktioniert doch! Eine bewundernswert lässige und entspannte Einstellung. Diese Wesensart hat aber auch negative Folgen. Warum nämlich die amerikanischen Behausungen oft solche derart erbärmlichen Türen und Fenster haben, werden wir wohl nie verstehen. Solange sie ihren Job machen, kann man darüber hinwegsehen – wo ist schon alles perfekt? Wenn man eine Balkontür aber nur mit Gewalt und Kraftanstrengung öffnen kann, weil sie keine vernünftige Führung hat, ist das aber lächerlich und im höchsten Maße peinlich. Wenn die Bude dann noch ein Bett hat, in dem man nur schlecht schlafen kann und das Geräusch des brummenden Aufzugs allgegenwärtig ist, akzeptiert man diesen Zustand nur zu einem entsprechenden Preis. Unsere Bude hat allerdings freche 123€/Nacht gekostet – OHNE Parkplatz. DER kostete nochmal 40€/Nacht extra. 😳 Amerika halt, hier wird mit anderen Maßstäben gemessen. Eine Bude für 160€ ist halt nur eine bessere Absteige. 😅
Dafür haben wir in diesem Absteigen-Apartmenthaus sehr sehr nette Menschen kennengelernt. Da wäre zum Beispiel Marc und sein Sohn Zac oder der Freund von Marc, dessen Namen uns nicht mehr einfällt und vor allem Dave, der Hausverwalter.
Der Freund von Marc war ziemlich gut über die Zustände in der EUdSSR informiert und ein Republikaner, der sichtlich Freude hatte als wir erwähnten, dass wir in Europa auch einen Trump brauchen könnten. 😋
Marc ist nicht nur Hausverwalter, sondern auch professioneller Billardspieler, der sich im teuersten Bundesstaat der USA immehin einen 5er BMW erlauben kann. Dave ist sehr sehr cool und wie die allerallerallermeisten US-Amerikaner, mit denen wir näheren Kontakt hatten, sehr sehr menschlich und freundlich.
Magnum P.I.
Eine der Lieblingsserien der großen Pappnase, die bis heute Bestand hat, ist „Magnum“. Die Serie. Mit Tom Selleck, nicht der aufgewärmte Scheiss. Und auch die hübsche Pappnase hat ein kleines Faible für die Serie aus den guten alten Zeiten. Da ist es nur logisch, dass wir uns auf die Suche nach den Drehorten machen. Robin Masters Anwesen war leicht zu finden – und irgendwie auch nicht, denn es existiert nicht mehr. Es wurde abgerissen und musste einem seelenlosen Tempel weichen. Von dem einst wunderschönen Gelände ist nichts mehr geblieben – siehe Fotos. 130 Meter rechts vom Tor gibt es übrigens einen Weg hinunter zum Strand, wo Magnum immer in seinem Kajak gerudert ist.
2 Minuten Fahrt bezw. knapp eine Meile südlich liegt der Makai Research Pier aka TCs Helicopter Platform Dort kann man nicht hin, weil ein großes Tor den Pier versperrt. Gut, kann man bei einem Research Pier verstehen. NICHT verstehen kann man das Tor an einem weiteren ikonischen Ort der Serie, die Straße aus dem Intro, wo Magnum mit dem Ferrari über eine einspurige Straße auf einem Bergkamm brettert – der Kamehame Drive. Zu gerne hätten wir die Szene mit unserem roten Jeep nachgestellt. Aber leider gibt auf dieser Welt immer mehr Orte und Dinge, die einfach so verboten sind. Es wird immer dunkler auf dem Planeten Erde…
Wir haben kurz über einen Hubschrauberflug mit TCs Helicopter nachgedacht, aber die angebotenen Flüge haben so gut wie nichts mit der Kultserie zu tun. Und für 350 Dollar p.P. einfach mal eine Runde in einem Hubschrauber zu drehen, der TCs Helicopter nur ähnlich sieht, ist uns zu teuer. Schade. Auf das Magnum-Drehorte-Ding hat sich die große Pappnase mit am meisten gefreut. 🥺
Friede, Freude, Eierkuchen
Am 11. Oktober fand in Waikiki das „Flavors Of Hawai’i Festival“ statt, für das ein Teil der Kaläkaua Avenue gesperrt wurde, damit sich der beliebte Boulevard in eine von vielen dutzenden Ständen gesäumte Fressmeile verwandeln kann. Eigentlich nix Besonderes, sollte man meinen, oder? Doch uns fällt die friedliche und entspannte Atmosphäre auf. Keine Merkel-Poller, keine pöbelnden Ölaugen, keine Taschen-Kontrollen, keine Angst vor Messerstechern. Eine Veranstaltung, wie sie so in Deutschland heute nicht mehr möglich wäre.
Eine Begebenheit, die die entspannte Atmosphäre verdeutlicht: Die große Pappnase filmt einen Dodge Daytona der Polizei. Während er so mit laufender Kamera um das Auto schleicht, drückt die im Auto sitzende Polizistin mal kurz aufs Gaspedal und lässt den Auspuff des 5.7 V8 mal kurz aufbrüllen, um kurz danach die schwarz getönte Seitenscheibe herunterzufahren und uns zuzulachen. Sehr sehr cool. Wir denken da an die deutschen Polizisten während der großen Blödemie von 2020 – 2023 zurück, die auf eine freundlich zugeworfene Herzchen-Geste mit einem muffeligem Gesichtsausdruck reagieren.