Unser erster „Dia de Muertos“
... und es war garantiert nicht der Letzte! 😊
Jeder wird wohl auf die ein- oder andere Art vom „Día de los Muertos“ oder abgekürzt „Día de Muertos“ gehört haben. Der Tag der Toten ist einer der wichtigsten mexikanischen Feiertage. Nach altmexikanischem Glauben kommen die Toten einmal im Jahr zum Ende der Erntezeit zu Besuch aus dem Jenseits und feiern gemeinsam mit den Lebenden ein fröhliches Wiedersehen mit Musik, Tanz und gutem Essen. Das Brauchtum wurde 2003 von der UNESCO zum Meisterwerk des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit ernannt – wir finden zurecht. 😄
Darauf mussten wir lange warten
Wir wollten schon so lange mal erleben, wie die „Día de los Muertos“ gefeiert werden. Fotos und Videos mit prächtig geschmückten Altaren und Menschen, die sich ihr Gesicht wie einen Totenkopf schminken, kennt vermutlich jeder. Aber wie fühlt es sich an, mittendrin zu sein? Wir haben schon im Vorfeld gehört, dass diese Tage – es sind nämlich eigentlich ZWEI Feiertage – in verschiedenen Gebieten unterschiedlich stark gefeiert werden.
Eigentlich hätten wir die „Día de los Muertos“ auch lieber in einer traditionell stärker geprägten Region Mexikos erlebt, denn Los Cabos „leidet“ unter dem amerikanischen Einfluss. 😅 Auf der einen Seite macht dieses Spannungsfeld die Gegend hier so spannend und attraktiv, auf der anderen Seite haben wir auch gesehen, dass am Vortag der „Día de los Muertos“ die Kids im amerikanischen Stil Halloween feiern und durch die Straßen laufen. Es sei ihnen gegönnt – solange sie ihre wunderbare eigene Kultur nicht vergessen.
Día de los Muertos oder eher Días de los Muertos?
Irma, die super-nette Empfangsdame der Apartmentanlage Blarney Castle Inn hat uns schon aufgeklärt, dass es sich nicht nur um EINEN Feiertag handelt, sondern streng genommen um ZWEI Feiertage. Am ersten Tag wird der verstorbenen Kinder und am zweiten Tag der Erwachsenen gedacht. Und Irma erzählt uns auch, was es mit den allgegenwärtigen, orangen Blüten, den „Cempasúchil“ auf sich hat. Ihre leuchtende Farbe und ihr intensiver Duft sollen die Seelen der verstorbenen den Weg nach Hause leiten.
Irma gibt uns auch den Tipp, dass die „Dias de los Muertos“ in San Cristóbal de las Casas, im Bundesstaat Chiappas, nahe ihres Heimatortes – und fern des amerikanischen Einflusses (😋) – besonders intensiv gefeiert werden. Wir hatten ursprünglich vor, die „Dias de los Muertos“ in Merida, der Hauptstadt Yucatans, zum ersten Mal zu erleben, weil wir gehört haben, dass das Fest dort sehr schön gefeiert wird. Da wir aber Los Cabos so mögen und unbedingt ein bisschen Zeit hier verbringen wollen, hatten wir unser erstes Mal eben in…
Unser erstes Mal in San José del Cabo
Der erste Tag der „Dias de los Muertos“, der Tag, an dem der verstorbenen Kinder gedacht wird, verlief erwartbar ruhig und unspektakulär. San José del Cabo war überall schön geschmückt, aber außer einer Prozession, war es sehr still. Das hatten wir irgendwie auch erwartet, es ist halt ungleich trauriger, wenn junge Seelen viel zu früh gehen müssen, als wenn sich jemand, der ein hoffentlich intensives Leben gelebt hat, verabschiedet.
Am zweiten Tag sind wir schon gegen 16:00 Uhr in dem kleinen, idyllischen Ort, um uns einen Parkplatz zu sichern. 😅 Aus dem offiziellen Flyer von San José del Cabo wussten wir, dass die Feierlichkeiten am örtlichen Friedhof mit einer Prozession zum Marktplatz startet. Die Shooters Sports Bar liegt am Weg der Prozession, direkt am Marktplatz – der perfekte Ort, um auf der Dachterrasse ein paar kühle Drinks zu zischen, während wir auf die Ankunft des Umzuges warten.
D’r Zoch kütt! [Kölsch, „der (Um-)Zug kommt!“]
Gegen 18:00 Uhr – bei Sonnenuntergang – trifft die Prozession endlich am schon ordentlich mit Schaulustigen gefüllten Marktplatz ein. Die Prozession hat uns wirklich viel Spaß gemacht. Es war laut, bunt, lebendig und ein bisschen skurril. 😄 Die Fotos dürften ja so einigermaßen erahnen lassen, wie es war. Der Marktplatz war bunt geschmückt und viele Stände boten Speisen, Kunst, Tinnef und Getränke an. Die Bühnen-Show war auch sehr schön, auch wenn die Moderatorin für unseren Geschmack ein klitzekleines bisschen zu viel moderiert hat. 😅 Unser Highlight waren die Kostüm-Wettbewerbe am Schluss, wo erst die Kids, dann die Erwachsenen, ihre prächtigen Kostüme zeigten. Es ist wirklich umwerfend, was die Teilnehmer an farbenfrohen, fantasievollen Kostümen präsentiert haben. Da müssen teilweise Monate an Arbeit drinstecken. 😍 Daran hat die hübscheste Pappnase, die ihre Kostüme für Karneval auch immer aufwändig selbst bastelt, natürlich viel Spaß. 😊
Fazit: Das war garantiert nicht unser letzter „Dia de Muertos“!