Viva la Mexico!
Endlich wieder zuhause
Wir stellen mal wieder fest, dass wir uns – außer in den USA – nirgendwo so zuhause fühlen, wie in Mexiko*. Klingt jetzt vielleicht für einige komisch, für andere dafür sehr verständlich. Ricard?! Michael?! Ihr wisst, was wir meinen. 😉
Hawaiian Airlines
Zunächst hieß es aber Abschied nehmen von Hawaii, welches wir so sehr ins Herz geschlossen haben. Hawaii ist wirklich traumhaft schön – zumindest die beiden Inseln, die wir erkundet haben.
Könnte die Hawaiian Airlines diesem Eindruck doch auch gerecht werden...
… kann sie aber nicht! Für die kurzen Hüpfer zwischen den Inseln kann man die hauseigene Airline durchaus empfehlen. Ausreichend Platz, selbst für großgewachsene Pappnasen und Getränke selbst bei einem 30-minütigen Flug.
Anders ist das Bild bei unserem fünfeinhalbstündigen Flug von O’ahu nach Los Angeles. Noch nie hat die große Pappnase unbequemer gesessen. Keine Ahnung, was für Sitze da in den Airbus 330 200 verbaut wurden oder ob Hawaiian Airlines den billigsten Dreck bestellt hat, aber der Sitz ist eine Frechheit für jeden über 1,80 Meter. Zu essen gab es auch nix und das Entertainmentprogramm fiel aus, weil man einen speziellen Kopfhörer kaufen musste – was wir und die meisten anderen Fluggäste nicht gemacht haben. Der typische Kopfhörer mit 3,5 mm Klinkenstecker passt natürlich nicht. Wie dreckig muss man eigentlich sein? Elende Arschgeigen, möge euch das Karma bei der nächsten Runde als Kakerlaken reinkarnieren lassen. 😤
EINEN Lichtblick gab es allerdings. Und wir denken, das war eher Zufall, wenn man den Rest der Performance betrachtet: denn der Krückenflieger hatte Internet via Starlink.
Zwischenlandung in L.A.
So leer haben wir den Flughafen L.A. noch nie erlebt. Gut, es ist noch vor 5 Uhr morgens, die Sonne noch nicht aufgegangen und vielleicht ist auch nur unser Terminal so verpennt, aber überraschend war die Szenerie dennoch. 😅
So hängen wir also 2 Stunden im eiskalten, von der Klimaanlage vergewaltigten Terminal 6 herum, kauen auf masslos überzogen teuren Airport-Sandwiches herum und trauern Hawaii hinterher, während wir uns gleichzeitig auf Los Cabos freuen…
Zurück in Cabo San Lucas
Der Flughafen in Cabo San Lucas ist einer der entspannten Flughäfen. Vor allem, wenn man als Residente einreist. Man geht direkt zum sehr schwach frequentierten Schalter der INM (Instituto Nacional de Migracion), holt sich einen Stempel – feddich. Sobald man den internationalen Terminal verlässt, erkennt man sofort, dass man in Mexiko ist. Tequilla-Stände, mexikanische Musik und freundliche, unaufdringliche Mietwagen-Vertickerer, die einen nach einem „No, gracias“ auch sofort in Ruhe lassen. 😄
Wir holen unsere billige, kleine Drecksschleuder, einen Chevrolet Aveo, der typisch mexikanische Gebrauchsspuren hat, bei der Europcar Flughafen Cabo San Lucas ab, die man mit dem Shuttle in 2 Minuten erreicht. Es fährt sich hier mit einer kleinen, billigen Ranzkiste deutlich entspannter, als in einer nagelneuen, protzigen Kiste. Man wirkt auch nicht gleich wie ein Gringo und bewegt sich auf Augenhöhe mit den Einheimischen. Wir mögen es, mit geöffneten Fenstern jederzeit Kontakt mit der Aussenwelt aufnehmen zu können, anstatt abgeschottet von dem Leben um uns herum, wohl klimatisiert, wie in einer Blase herumzufahren. Das fühlt sich für uns falsch an und die vielen kleinen „mexikanischen Momente“, in denen man zum Beispiel mit dem vorbeifahrenden Fahrer eines 1600er VW Käfer ein Lachen und „Thumbs up“ austauscht, verpasst man total.
Am 16. März haben wir Los Cabos und Mexiko Richtung USA verlassen. Sieben Monate ist das jetzt her und während im Gott sei Dank weit entfernten Deutschland lähmender Stillstand herrscht, dominiert hier lebendige Veränderung. Der großen Pappnase, die den größten Teil seines Lebens im Baubusiness verbracht hat, freut sich über die vielen Baustellen und Betonpumpen – beides hat er in Deutschland in DER Häufigkeit schon lange nicht mehr gesehen.
Erstmal vom Reisestress erholen 😅
Weil unser kleiner, günstiger und uriger Wohn-Container erst in zwei Tagen frei ist, buchen wir uns bis dahin ein Zimmerchen im Blarney Castle Inn, in den Hügeln oberhalb von Cabo San Lucas. Okay, „Zimmerchen“ ist massiv untertrieben. 😅 Aber wir zahlen dank Nebensaison den Preis eines Zimmerchens. Tatsächlich bekommen wir Zimmer 4, eine Suite mit toller Aussicht auf den Hafen von Cabo. Das Blarney Castle Inn ist klasse. Als wir ankommen, quatschen wir mindestens eine halbe Stunde mit Irma, der Empfangsdame. Sie ist wie so oft in Mexiko herzlich, offen und superfreundlich. Sie war gerade dabei, den Empfangstresen für die nahen „Dias de Muertos“ zu schmücken und wir erzählen Irma, dass wir uns freuen, diese Tage zum ersten Mal zu erleben. Sie erzählt uns viele interessante Details rund um die Feiertage. Zum Beispiel wissen wir jetzt, was es mit den allgegenwärtigen, orangen Blüten, den „Cempasúchil“ auf sich hat. Ihre leuchtende Farbe und ihr intensiver Duft sollen die Seelen der verstorbenen den Weg nach Hause leiten. Und sie erzählt uns, dass am ersten Tag der verstorbenen Kinder und am zweiten Tag der Erwachsenen gedacht wird. Das macht sie mit einer Intensität, dass wir Gänsehaut bekommen. ☺️
Wir genießen die kurze Zeit in der Apartmentanlage intensiv. Wir gammeln am und im Pool und essen am ersten Tag im Restaurant Mama’s Royal Cafe seit langer Zeit mal wieder mexikanisch. Lecker war’s. 😊
Restaurant-Tipp – das Yerba Santa Cabo
Am zweiten und letzten Abend besuchen wir das Yerba Santa Cabo, ein erst wenige Monate altes Juwel. Das Restaurant befindet sich in Familienhand und man spürt die Leidenschaft, mit der die Familie das Restaurant führt. Das Essen ist klasse, der typisch mexikanische Innenhof mit Sitzgelegenheiten lädt zum Verweilen ein und der Inneraum des Restaurants begeistert uns mit seiner luftigen Höhe, den vielen bunten Kacheln und den farbenfrohen Wandgemälden. Wir lieben den mexikanischen Style einfach extrem hart. Zudem gibt es Live-Musik, etwas was wir in den USA lieben gelernt haben. In den USA und Mexiko ist Live-Musik in Restaurants ziemlich normal – etwas was wir in Deutschland immer schmerzlich vermisst haben.
Die zwei Tage im Blarney Castle Inn vergehen wie im Flug. Wir wären gerne noch länger geblieben. Vielleicht gönnen wir uns ja demnächst nochmal ein paar Tage dort.
Casa Bella Hotel
Eine kleine Geschichte am Rande möchten wir hier noch festhalten, die verdeutlicht, wieso wir Mexiko und die Mexikaner so sehr mögen.
Auf der Suche nach einem Restaurant, halten wir am Casa Bella Hotel, weil wir hoffen, dass im von der Straße aus sichtbaren, stilechten Innenhof des Hotels ein Restaurant verborgen ist. Als wir unsere kleine Ranzkarre an der Straße vorm Hotel geparkt haben und das Gebäude durchs offene Foyer betreten, empfängt uns eine lächelnde, ältere Lady, die sich später als Inhaberin und Tochter des Architekten dieses wunderbaren, kleinen Hotels entpuppt. Wir erklären ihr unser Anliegen und sie sagt uns, dass sie leider keine Gastronomie hätten, aber sie würde uns die Straße runter das Restaurant Mama’s Royal Cafe empfehlen. Und weil die Parkplätzen in der Gegend so knapp sind, bietet sie uns an, unser Auto vor ihrem Hotel stehen zu lassen. Wir sollen nur den Schlüssel da lassen, damit sie unsere kleine Ranzkarre vor- oder zurücksetzen kann, wenn Gäste kommen.
Als wir von Mama’s Royal Cafe zurückkommen, wollen wir ihr als Dankeschön 5 Dollar geben, die sie höflich aber entschieden ablehnt. Sie hat das von ihrem Herzen aus getan und könne deshalb kein Geld annehmen. Knaller, oder? 😃
* Obwohl mit Singapur noch ein ernstzunehmender Kandidat dazugekommen ist. 😊