Ushuaia, Feuerland
4 Tage am Ende der Welt
Das Ushuaia-Feeling beginnt schon am Flughafen. Wieviele Flugzeuge landen hier täglich? Drei? Fünf? Keine Ahnung, wir haben nur einmal gesehen, dass hier ein Flugzeug gestartet ist und unser AirBnB lag am Berg mit freiem Blick auf den Luftlinie 2,2 Kilometer entfernten Flughafen. 😄 Auch das Flughafen-Gebäude ist einzigartig. Klein, übersichtlich und in Holzständer-Bauweise errichtet. Cool.
Nachdem wir unser Gepäck per Taxi in unsere Bleibe für die nächsten Tage gebracht haben, mieten wir uns ein Auto bei Marcelo, einem Bekannten von Natalie, unserem AirBnB-Host. Die Anmietung vermittelt uns schon einen ersten Eindruck, wie die Uhren hier ticken. Marcelo holt uns am Hafen von Ushuaia (welches übrigens mit stummen „h“ gesprochen wird) ab, dreht mit uns eine kleine Runde, um uns die drei wichtigsten Verkehrsregeln zu erklären und übergibt uns das Auto per Handschlag und einer Anzahlung von 50 Dollar. 😳
Geil, sowas haben wir auch noch nicht erlebt.😅
Eine Wohnung mit Aussicht
Ein weiteres Highlight ist unsere Wohnung. Sie liegt am Berg, geschätzte 100 Meter über der Stadt Ushuai, mit Blick auf den Hafen, die Bucht und die Ausläufer der Anden – ein Traum. Das Bett steht auf einer Empore mit eigenem Fenster. 😍
Im Hafen liegt gerade die Octopus die ehemals viertgrößte Yacht der Welt wurde für Paul Allen, Microsoft-Mitbegründer gebaut und verfügt über ein eigenes U-Boot.
Unwirkliche Landschaft
Wirklich viel kann man in Ushuai nicht unternehmen. Wir denken, drei bis vier Tage sind für einen Besuch ausreichend. Eine der Schiffsfahrten zum in der Bucht gelegenen Leuchtturm und zur Robben- bzw. Pinguin-Insel sparen wir uns. Die aufgerufenen Preise von umgerechnet 85 – 135€ erscheinen uns überzogen.
Wir erkunden dafür auf eigene Faust die unglaubliche Landschaft Feuerlands. Und die sollte man wirklich mal gesehen haben. Unsere Fotos vermitteln höchstens einen ersten Eindruck.
Unser Highlight ist die Fahrt nach Moat. Screiben können wir darüber nur wenig – uns fehlen die Worte, um diese Landschaft würdig in Worte zu fassen. Abenteuerliche Brücken, die schon ächtzen und rumpeln, wenn man sie mit dem PKW überquert, windschiefe, knochige Bäume, ein unvergleichliches Spiel von Licht und Schatten, welches einem hinter jeder Kurve ein „Wow!“ entlockt. Wir sehen Wildpferde und Rinder, die in eingezäunten Ranches von der Fläche einer deutschen Kleinstadt frei herumlaufen – wie finden die Gauchos ihre Rinder da eigentlich? 😅
Am Cambaceres River Camp fahren wir mit dem Auto zu einem Plateau, von dem man das Ende Chiles sehen kann. Wir sind so dankbar, dass wir das Glück haben, so etwas erleben zu dürfen.
Die Preise hier liegen in einer Range zwischen „so wie in Deutschland“ bis „happig und überzogen“. So werden im Tierra Mayor, einem schön gelegenen Restaurant mit guter Aussicht, für zwei Fläschchen Wasser und Apfelsaftschorle to go saftige 8€ aufgerufen.
Tierra del Fuego National Park
Der Nationalpark in Ushuaia ist ganz nett. Nein, damit tun wir dem Park sicher unrecht. Wir sind einfach noch verwöhnt vom Vortag. Wir finden einfach, die 30€ Eintritt pro Person sind überzogen. Dafür sollte man lieber die Straße nach Moat fahren und die ist sogar gratis. Im Park gibt es ein paar wirklich sehenswerte Ecken. Uns hat die Bucht mit dem Correo del fin del mundo, dem kleinen Postamt gut gefallen – auch wenn das Postamt geschlossen ist und wie es aussieht, auch bleibt. Die Aussicht ist trotzdem atemberaubend.
Sehr schön ist auch der Puerto Arias. Tolle Aussicht und man ist schon ganz nahe an Chile.
Auf dem Weg zum Parkausgang sehen wir zwei Tramper, die wir wegen des einsetzenden Regens mitnehmen. Es stellte sich heraus, dass die beiden ein junges Pärchen aus Deutschland sind. Deutsche triffst du überall – selbst am Ende der Welt. 😅
Wegbeschreibung Fahrt nach Moat: Von der RN3 bei Kilometer 3016, an der Campamento Rancho Hambre auf die RP J 1 abbiegen. Bis zum Almanza Fork, dann links abbiegen.
Tipp: Im Tourismus-Büro Secretaría de Turismo de Ushuaia im Hafen kann man sich einen Stempel in z.B. den Reisepass ballern. Haben wir natürlich gemacht. 😋