Wo Licht ist, ist auch Schatten.
Was für ein Tag...
Heute wollen wir uns eine SIM Karte fürs Handy kaufen. Es klappt auch alles mehr oder weniger reibungslos. Es läuft hier eben etwas anders als in Deutschland. Aber das alleine ist nicht der Grund für den Schatten…
Wir dachten, wir gehen in den nächsten Movistar Shop (Movistar ist einer der beiden großen Telekommunikationsanbieter) und wenn wir den Laden verlassen, haben wir eine funktionierende SIM Karte im Handy. Denkste.
Zuerst mussten wir nämlich in einen nahegelegenen Kiosk gehen, um ein einen dieser kleinen Kuvert-Ähnlich verpackten SIM Karten zu kaufen. Preis: 2000 Pesos (im Januar 2025 ca. 2€), dann wieder zurück in den Movistar Laden, wo die Karte dann durch einen Ausweis registriert wird. Im Anschluss sollten wir einen Anruf tätigen, durch den die SIM dann aktiviert wird.
Klingt komisch, läuft aber so. Und hat ab da auch gut funktioniert – zumindest ein paar Stunden lang.
Auf dem Weg zur Bushaltestelle stolpern wir quasi über die Cocu Boulangerie, einem sehr gemütlich aussehenden Café. Da wir noch nicht gefrühstückt haben, ist die Entscheidung schnell gefallen. Wir bestellen einen Cappuccino, einen Saft, ein „Eclair de Pistacho“ und eine „Fit Bowl“ – einen Joghurt mit Früchten – alles sehr sehr lecker.
Tigre – ein Must, wenn man Buenos Aires besucht.
Circa eineinhalb Stunden und 50 Stationen fahren wir nach Tigre, nordwestlich von Buenos Aires. Und die Fahrt lohnt sich – aber sowas von! (Leider fehlen uns ein paar sehr schöne Fotos, aber dazu später mehr)
Man könnte meinen, Tigre ist ein Stadtteil von Buenos Aires – ist er aber nicht. Der Pseudo-Stadtteil ist ein Naherholungsgebiet mit Vergnügungspark direkt am Río Paraná gelegen. Tigre wirkt wie die südamerikanische Ausgabe von Venedig mit einem Schuss Las Vegas. 😅
In Tigre lebte und starb übrigens auch Diego Maradonna. Wie auch immer, Tigre ist klasse und unbedingt einen Ausflug wert. Unbedingt eine Bootstour machen und den Puerto de Frutos, einem tollen Open Air – Markt mit vielen Restaurants besuchen!
Bis hierher viel Licht.
Für die Rückfahrt nehmen wir ab der Station Delta station den „Linea Mitre“ – Zug, der übrigens auch mit der SUBTE Karte bezahlbar ist – Nahverkehr können die Argentinier.
An der Station „Libertador“ steigen wir in den Bus und der Ärger beginnt…
Ein wichtiger Tipp, aus eigener Erfahrung geboren
Wir setzen uns in die erste Reihe, direkt an der Tür. Wir bemerken, dass der Busfahrer mehrmals kurz, leise und von uns abgewandt telefoniert. Dieses „Leise“ ist untypisch für Südamerikaner 😅, aber wir denken uns noch nichts dabei. Ein paar Stationen später hält der Bus, um einen alleine stehenden Mann an einer Ecke mitzunehmen. Ob diese Ecke auch eine Bushaltestelle ist, wissen wir nicht mehr. Bushaltestellen sind hier auch nur durch einen Pfeiler mit einem kleinen Schild markiert.
Der Busfahrer öffnet die Tür, der Mann bleibt an der Tür stehen, schaut Simone an und greift blitzschnell zu ihrem Handy, welches sie in beiden Händen auf ihrem Schoß hält. Das Ganze ging dermaßen schnell und präzise, dass man schon fast Respekt zollen muss. 😅
Der Busfahrer guckt verdutzt, wir gucken verdutzt, die mit uns im Bus sitzenden haben es vermutlich gar nicht mitbekommen, aber ein Hinterherrennen wäre sinnlos gewesen, so schnell ging alles. Es ist auch nur ein Handy und das kann ersetzt werden.
Damit beschäftigen wir uns dann auch die wenigen, uns noch verbleibenden Stunden in Buenos Aires, denn in ein paar Stunden geht schon unser Flug zum nächsten Ziel.
Martin und Carlos
Auf der Suche nach einem APPLE Store, den wir an der angegebenen Stelle nicht finden, stoßen wir auf Martin, einem jungen Argentinier, der im Plaza Galicia arbeitet, welches wir fürs WLAN Schnorren aufsuchen, denn mit dem Verlust des Handys war unser Internetzugang auch futsch. 🤪
Martin ist klasse. Er spricht nicht nur gutes Englisch, hat einen in Deutschland lebenden Großvater, er gibt uns auch hilfsbereit und geduldig einen Hotspot, um einen anderen APPLE Store zu finden. Martin, du bist klasse, möge dich das Karma auf all deinen Wegen liebevoll umarmen! ♥️
Im iPoint – wie der Name schon vermuten lässt -, einem APPLE Retailer Store, treffen wir Carlos, der sich eine unglaubliche Mühe gibt, uns bei unserem Problem zu helfen, denn die hübscheste Pappnase ist keine große Freundin von BackUps und damit einher gehen ein paar Unannehmlichkeiten – gelinde gesagt…
Carlos begleitet uns sogar zum nächsten Movistar Shop, damit wir uns wieder eine SIM kaufen können. Auch für dich Carlos: Möge dich nur das Beste Karma begleiten. ♥️
Wieder zurück in unserem AirBnB beginnen wir mit dem – ohne BackUp – nervenaufreibenden Wiederherstellen des Handys und müssen im Anschluss auch schon unsere Taschen packen, denn um 1:30 Uhr bringt uns ein UBER schon zum Flughafen Buenos Aires-Ezeiza – an Schlaf ist nicht mehr zu denken. Dementsprechend müde wirken wir auch auf unserem letzten Foto, welches wir um 4:30 Uhr kurz vor Abflug im Tostado Café Club machen.
Reisen kann echt anstrengend sein.😅